Tag: Food


Allumés: Bars / Clubs, Berlin

Januar 8th, 2013 — 2:40pm
ß: Immer gern, e: 103, ?: Berghain

ß: Immer gern, e: 103, ?: Berghain

ß: Immer gern Klub & Bar
Logo und Schrift: kastanienbraun
Rückseite: Gauloises blau
Holzstifte m. blauem Zündkopf
e: 103 Café Bar
Logo: schwarz auf weiß
Rückseite: f6
Holzstifte m. rotem Zündkopf
?: Berghain Club
Logo: schwarz auf weiß
Rückseite: Marlboro
Holzstifte m. schwarzem Zündkopf
?: Böse Buben Bar
Logo und Schrift: schwarz
Rückseite: Gauloises blau
Holzstifte m. blauem Zündkopf
?: White Trash Fast Food
Restaurant Bar Club
Keep hell beautiful, get tattooed!
Holzstifte m. schwarzem Zündkopf
?: Zu mir oder zu dir
Logo: schwarz auf weiß
Rückseite: Marlboro
Holzstifte m. schwarzem Zündkopf
?: Böse Buben, ?: White Trash, ?: Zu mir...

?: Böse Buben, ?: White Trash, ?: Zu mir...

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[Brod] – Identitätsfindung II

Januar 6th, 2013 — 6:31am

[Fortsetzung von Abschnitt I]

Weiter südlich bezeichnet Weck, Wecken teils das gewöhnliche Weißbrödchen, teils ein kuchenartiges Gebäck, das namentlich zu Ostern, seltener zu Weihnachten gebacken wird, so der Gelbweck in Thüringen, die Apostelwecken in Marburg i. H., die Prüfungswecken in Baden, die Bimenweggen in der Schweiz (Höfler, Ostergebäcke Wien 1906, S. 43. Weihnachtsgebäcke S. 48), die Eierweckel in Regensb., Eierweckle in Augsb. usw. Das gewöhnliche Weißbrödchen bezeichnet Weck, Wecke in Hessen (Marb., Laubach, Fulda) und am Rhein nördlich bis Koblenz, in Baden und Württemb. (in Darmst. das Weck). Der gewöhnliche Weck wird nur mit Wasser angerührt, der mit Milch bereitete heißt in Darmst., Zweibr., Rastatt, Aschaff. Milchweck, anderwärts (in Els., Baden, Württ.) Milchbrod.

In Wien ist längliches Schwarzbrod selten und heißt dann Wecken, genauer schwarzer Wecken. Denn der Wecken ist in Österreich und ebenso in Nord- und Mitteldeutschland in der Regel Weißbrod. Der Name bezieht sich zunächst nur auf die keilähnliche Form des Gebäcks: ahd. wecki, anord. veggr, angls. wecg engl. wedge ‘Keil’. Aber tatsächlich wird der Wecken außer in Bayern fast nur aus Weizenmehl gebacken. Dieser Name ist auf ein Gebiet im Westen des nördlichen und mittleren Deutschland einschließlich der südlichen Rheinprovinz (Wiesb., Frankf., Mainz, Saarbr.), Lothringen (Follmann Wb. 533) und Luxemburg (Wb. 479), auf Süddeutschland, Schweiz und Österreich beschränkt und tritt in drei Formen auf, der (auch das) Weck, die Wecke und

der Wecken. In Österreich wird nur Wecken und Weckerl gesagt, Weck und seltener Wecke (Harz, Hessen, Lothringen 154 Fn 1)) sind nord- und mitteldeutsch. Diese Bezeichnung eines länglichen Weißbrods reicht nördlich bis Schleswig, findet sich in dem Namen eines Fastnachtgebäckes hete Weggen (heiße Wecken) auch sonst im Norden, z. B. in Lüneburg, nach Schiller-Lübben Wb. u. wegge in Wismar, ist aber sonst in Norddeutschland durch andere Ausdrücke verdrängt. Das Bremische Wörterbuch von 1770 (V 221 f.) verzeichnet noch Wek Weg als eine Art Weizenbrod, Heet-wek und Pennwek Kleines Brod im Wert eines 1/2 Pfennigs. In Aachen lebt der Name fort in dem Paschweck d. h. Osterbrod, einer 1/2 – 1 m langen Stolle, die in Hamburg schon nicht mehr so, sondern Paschsemmel heißt; s. Höfler Zeitschr. d. Vereins f. Volkskunde XII (1902) 431. So kommt Weck für bestimmte Weißbrodarten noch in Krefeld, Siegen, Paderb., östlich in Halberst., Eisenach (für eine Stolle) vor.

Frühstücksalternativen

Frühstücksalternativen

Fast an jedem Ort werden mehrere Arten des als Frühstücksgebäck dienenden Weißbrodes unterschieden. In Berlin heißt die feinere mit Milch zubereitete Art Milchbrod, eine noch feinere Abart Dampfmilchbrod, klein, allmählich immer kleiner geworden und zweiteilig. Größer und nur mit Wasser hergestellt ist die Semmel, noch einfacher und größer etwa in der Form des bayrischen Kipfes, also oval mit zwei Spitzen und oben einer Kerbe, die Schrippe. Von Milchbrodteig, aber länglicher Form ist der Knüppel (mit Mohn Mohnknüppel). Die Schrippe mit ndd. pp ist spezifisch märkisch 154 Fn 2) und, wo sie sonst vorkommt, aus Berlin importiert 154 Fn 3). Sie findet sich z. B. noch in Stettin, ebenso wie der Knüppel, der dort auch Sechsuhrbrödchen heißt.

Eine viel weitere Verbreitung haben Milchbrod und Semmel. Der Name Milchbrod ist in fast ganz Deutschland vertreten, so daß hier eher die Orte anzugeben sind, wo er nicht vorkommt. Er fehlt im nördlichsten Gebiet, in Petersburg, Riga, Königsb., Danzig (wo das Milchbrod Blech- oder Mohnsemmel heißt), Mecklenb., Stettin (wo es Schnittsemmel heißt), Schleswig-Holstein, auch Hamb., Harburg, Hannover, Oldenb., Westfalen. Es reicht nördlich bis Posen, Mark, Schwerte, Lüneb., Bremen. Er fehlt in fast ganz Sachsen (außer Elsterb.), Braunschw., in einigen thüringischen Städten Eisenach, Koburg,

154 Fn 1) Liesenberg, Stieger Mundart 218. Follmann Wb. 533.
154 Fn 2) In Kindlebens Studentenlex. von 1781 als märkisch bezeichnet: Weigand Wb. II 791.
154 Fn 3) DWb. IX 1754.

auch Halle, ist aber sonst in Thüringen (Halb., Eisl., Zeitz, Sond., Weim.) vertreten, fehlt wieder in Hessen, Kobl., Köln, Aachen, kommt vor in Els., Baden, Württ. Aus Bayern geben es mir nur Hof und Amberg an, aus der Schweiz nur Zürich. In Österr. besteht der Name Milchbrod, bezeichnet aber dort ein weiches kuchenartiges Gebäck, das in Berlin Kuchenmilchbrod heißt. – Diese unregelmäßige Verbreitung von Milchbrod – man vergleiche sein

Vorkommen in Bremen, Fehlen in Hamburg
Vorkommen in Lüneb., Fehlen in Braunschweig
Vorkommen in Weimar, Fehlen in Eisenach
Vorkommen in Siegburg, Fehlen in Köln

erklärt sich wohl daraus, daß Name und teilweise auch Sache erst in neuerer Zeit in Städte eingeführt wurde, wo früher entweder die mit Milch bereitete feinere Art des Weißbrödchens fehlte oder dafür ein anderer Name bestand.

Weit verbreitet ist auch Semmel, nämlich in ganz Deutschland außer dem Westen. Es reicht westlich bis Oldenb., Osnabr. (selten in Lingen), Dortm., Bückeb., Winsen (wo Semmel aber ein Kuchen mit Korinthen von der Größe eines Brodes ist), Göttingen, Weimar, Meiningen, fehlt aber im Westen und Südwesten, in Schwerte bei Dortm. und sonst in Westf., Hessen 155 Fn), am Rhein, in Els., Baden, Pfalz, Württ. (wo Wecken die Wassersemmel, Milchbrod die Milchsemmel bezeichnet). In Els., Lothr., Luxemb. hat Semmel (els. Simmel) noch die Grundbedeutung ‘Mehl’ (in Lothr. ‘feines Weizenmehl’, in Lux. ‘Sägemehl’) = lat. simila. Zürich hat Semmel, Bern Brötchen, St. Gallen Weggli. In Bayern und Österreich ist Semmel der Hauptname für das Frühstücksgebäck. In Kempten sagt man dafür Laible. In Wien heißt eine einfachere Art Weißbrod Schusterla(i)berl (eine Art Wassersemmel), in Dresden Dreierbrödchen. Die verbreitetsten Formen der Semmel sind die einer 8 und die einer Rose. Letztere Form heißt in Öst. Kaisersemmel, das dort übliche feinere Weißbrod, in Lengenfeld Kaiserbrödchen, in Dorpat Rosenbrod, in Mainz Rosenweck, sonst Rosensemmel. Dem Berliner Milchbrod entspricht in Wien das Baunzerl, das aber viel mürber ist als jenes.

Neben Semmel, Milchbrod, Weck(en) ist Brödchen die häufigste

155 Fn) Vilmar Id. 445 schreibt: Strietzel und Semmel sind (in Hessen) gänzlich unbekannt, so daß die Dienstboten solcher Herrschaften, welche aus Gegenden, wo Semmel herrscht, hierher kommen, wenn sie ausgeschickt werden, “Semmeln” zu holen, in der Regel Zimmet mitbringen.

Bezeichnung des kleinen Weizenbrodes. Das Brödchen deckt sich wohl in der Regel nicht mit der Semmel, sondern ist härter und ähnelt in der Form dem Berliner Knüppel. Der Ausdruck ist hauptsächlich norddeutsch, von Petersburg bis Aachen reichend, fehlt aber in Berlin, wo man solche Deminutiva [korrekt: Diminutiva] wenig liebt und als kleinlich empfindet. Er findet sich z. B. in Königsb., Lüb., Harb., Oldenb., Gött., Bückeb., Harz, Halle, Eisenach, Kassel, Westfalen, am Rhein (Köln, Düsseld., Wesel), in Wiesb., Frankf., Elsaß, Baden, Bern. Im Osten noch in Beuthen, Bautzen. Milchbrödchen in Posen, Winsen, Schwerte, Kobl., Mainz, Milchbrödle in Heidelb.

Frühstücksfest

Frühstücksfest

Zu diesen vier verbreitetsten Ausdrücken kommt nun noch eine Anzahl örtlich mehr beschränkter, besondere Weißbrodarten bezeichnender Namen. In Petersburg die Bulke aus lett. bulka, kleinruss. bulka ‘Semmel’. In Schlesw.-Holstein, Hamb., Harb., Hannover heißt die 8 förmige Semmel Rundstück, in Regensburg Milchkoppel. In Dorpat heißt das mit Wasser bereitete Weißbrod Franzbrod d. h. französisches Brod (vgl. ital. pane francese), ein Wort aus dem 18. Jahrhundert; Franzbrödchen kommt auch in Mitteldeutschland vor, Koburg, Braunschw., Winsen, Marburg, nach Schumann Wortsch. 14 in Lübeck, nach Jecht Wb. 5 in Mansfeld, nach Hertel Thür. W. 98 in Nordhausen. In Göttingen ist Franzbrod oder -brödchen ein mit Milch hergestelltes Weizenbrödchen, länglichrund und gekerbt, während das Raspelbrod kreisrund und ungekerbt ist. Auch Weißbrödchen kommt als Name vor in Trier, Weißbrod in Braunschw., Krefeld. Ein kuchenartiges Weißbrod mit Rosinen sind im ndd. Sprachgebiet die Stuten (z. B. in Lüb., Winsen, Osnabr., Dortm., Norden), der “schleswig-holsteinische Weihnachtsstuten“, der Stutenweck, in Köln und Düsseld. Platz, vgl. Höfler Weihnachtsgebäcke 49. Damit verlassen wir aber schon das Kapitel Brod und kommen in das Gebiet der zahlreichen süßen, wenn auch einfachen, semmelartigen Kuchengebäcke, wie das Kuchenmilchbrod in Berlin.

(Paul Kretschmer: Wortgeographie der hochdeutschen Umgangssprache.
Vandenhoeck & Ruprecht: Göttingen 1918, S. 153-156)

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[Brod] – Identitätsstiftung I

Januar 6th, 2013 — 2:43am

Das Wort Brod wird in Berlin in doppeltem Sinne gebraucht, nämlich 1) kollektiv für das aus Mehl mit Sauerteig oder Hefe hergestellte Gebäck, z. B. Salz und Brod, 2) für ein einzelnes Stück dieses Gebäcks, das in Berlin von Haus aus längliche Form etwa von der Länge eines halben Meters hat. Man sagt daher ein Brod, zwei Brode usw. Nur die erste Bedeutung ist gemeinhochdeutsch, die zweite ist auf Norddeutschland beschränkt. Für das einzelne Stück des Gebäcks sagt man im übrigen Deutschland, wenn es die kreisrunde Form hat, die dort statt der länglichen in Berlin üblichen die gewöhnliche ist, ein Laib, vollständiger ein Laib Brod.

Das Wort Laib ist hauptsächlich oberdeutsch, und das mittlere Deutschland bildet die Grenzzone zu dem norddeutschen Brod. Nördlich reicht Laib bis Saarbrücken, Wiesbaden, Frankfurt, Fulda, Kassel, angeblich auch Hannover (?), aber nicht Göttingen, dann Meiningen (in Marktneukirchen nur Laibbrod im Sinne von Schwarzbrod), Bautzen. In Dresden fehlt es, in Breslau ist es selten. Im westlichen Böhmen (Eger, Chotieschau, Winterberg) kommt Laib vor, aber nicht im östlicheren Teile von Nordböhmen (Leitmeritz, Leipa, Lobositz, Reichenberg) und in Schlesien. Dagegen in Mähren ist Laib vertreten. In Siebenbürgen und in der Schweiz fehlt es. In Fulda heißt das längliche Brod Laib, das runde ist dort selten: die Gestalt des Brodes ist also daselbst norddeutsch, die Bezeichnung süddeutsch 151 Fn 1). Ebenda heißt ein längliches Brödchen aus grauem Weizenmehl Kümmel- oder Kreuzerlaibchen.

Frühstücksbuffet

Frühstücksbuffet

Der geographische Unterschied nordd. Brod: südd. Laib beruht darauf, daß das Wort Laib = got. hlaifs ahd. hleib angls. hláf dem Ndd. 151 Fn 2) (und., wenigstens teilweise, auch den md. Mundarten) fehlt. Schon im Heliand V. 2845 wird brod für das Stück des Gebäcks gebraucht: girstin brodi fibi fünf Gerstenbrode – mhd. mit zwelf leiben Ulrich v. Türl. Willehalm, aber auch zwelf prôt Wolfram Parzival. Der lexikalische Unterschied hängt auch mit der Form des Gebäcks zusammen, insofern Laib das im Süden übliche runde Brod bezeichnet. Daß Fulda eine Ausnahme macht, ist in seiner Lage in der Grenzzone begründet.

Die zuerst genannte kollektive Verwendung des Wortes Brod schließt in Berlin Schwarz- und Weißbrod d. h. gemischtes und Weizenbrod ein. In Wien denkt man dagegen bei Brod nur an Schwarzbrod. Wer in einem Restaurant “Brod” bestellt, erhält in Berlin den Korb mit Weißbrod oder mit Weiß- und Schwarzbrod, in Wien dagegen nur Schwarzbrod. Sonst müßte man Gebäck oder Semmeln ver-

151 Fn 1) Popowitsch Voc. Austr. I fol. 239 kennt Laib aus Öst., Bay., Schwaben, Hessen, Mainz “und klingt es in den Ohren aller dieser Völker seltsam, wenn sie hören, daß die Sachsen das Wort Brod in der Bedeutung eines Laibes gebrauchen.”
151 Fn 2) Das Fehlen von Laib im Westfälischen vermerkt v. Eye, Deutsche Mundarten II 507. Auch dem Luxemburgischen und Lothringischen scheint das Wort fremd.

langen [verlangen]. Nur bei der Bezahlung sagt man auch in Wien ein, zwei, drei Brod usw. an, worin Schwarz- und Weißbrod zusammengefaßt sind.

Unter Schwarzbrod versteht man in Berlin das aus Roggen- und Weizenmehl gebackene Brod; man wendet den Ausdruck nur an, wenn man Gewicht auf die Unterscheidung von Weißbrod legt. In Österreich und Bayern sagt man dafür Hausbrod, offenbar weil man es früher im Hause herstellte, während man das Weißbrod vom Bäcker bezog. So heißt es schon in Ant. Tuchers Haushaltsbuch (1507-1517) S. 48: “Das Hausprat hab ich selbs pachen laßen 152 Fn 1).” In Nordwestdeutschland (Westfalen, Köln, Norden) wird das gemischte Brod Graubrod genannt, weil die Bezeichnung Schwarzbrod hier dem wirklich schwarzen reinen Roggenbrode vorbehalten ist; so heißt auch der sogen. Pumpernickel, der aus ungebeuteltem, daher noch die Kleie enthaltendem Roggenmehl gebacken ist. Nach Frischbier Wb. I 110 hat Schwarzbrod in Ost- und Westpreußen dieselbe Bedeutung.

Für Weißbrod sagt man, wie schon bemerkt, in Wien gewöhnlich Gebäck. Dagegen versteht man in Nord- und Mitteldeutschland unter Gebäck die kuchenartige Backware, die zu Kaffee und Tee gegessen wird, die in Österr. vielmehr Bäckerei heißt, z. B. Teebäckerei, in Berlin Teekuchen, feiner Teegebäck. Also:

Brod in Berlin = Gebäck in Wien
Gebäck in Berlin = Bäckerei in Wien

Die wortgeographische Behandlung der übrigen Namen von Brodarten, besonders der Weißbrodgattungen, wird dadurch etwas verwickelt, daß mit den verschiedenen Namen auch Verschiedenheit der Art und der Form des Gebäcks Hand in Hand geht. Für uns kommen die vielen örtlichen Abarten, wie sie beim Weißbrod bestehen und die anderwärts keine Parallelen haben, nicht in Betracht, sondern nur die Fälle, wo es sich um wirkliche Synonyme handelt.

Frühstücksbeilagen

Frühstücksbeilagen

Neben dem runden Laib kommt auch im Süden eine längliche Form des Schwarzbrodes vor, die aber beträchtlich kleiner ist als in Norddeutschland. Dieses längliche Schwarzbrod heißt in Aschaffenb. Brodstolle. Im übrigen Bayern unterscheidet man zwei Formen, den Wecken und den Kipf 152 Fn 2). Der Wecken ist länger als der Kipf, dieser läuft in schärfere Spitzen aus. Der Wecken kostete z. B in Würzb. 40 Pfennig, der Kipf 20 Pf., ist also nur halb so groß wie jener.

152 Fn 1) Vgl. noch Teutsch-Lat. Wörterbüchlein von Nürnb. 1733 S. 54: Hausbrod Panis cibarius.
152 Fn 2) Vgl. Schmeller Wb. I 1273.

Mit dem Kipf nicht zu verwechseln ist das Kipfl, österr. Kipferl, schweiz. Gipfel (s. Art. Hörnchen). In einem Teil von Österreich heißt das längliche Schwarzbrod der Strutzen (in Salzburg., Aussee, Tirol 153 Fn)) oder das Strützel (Strietzel), so in Böhmen, Mähren, Troppau, Kärnten. Vgl. Lexer Kärnt. Wb. 244. Schmeller Wb. II 822. Der Name Strützel, schon mhd. strutzel, strützel, ist weit verbreitet, bezeichnet aber stellenweise ein Gebäck aus feinem Weizenmehl, zum Teil kuchenartig; so der Wiener Strützel, ein geflochtener Kuchen. Solche Strützel, die häufig Zopfform haben, sind im ganzen östlichen Deutschland vertreten, in Ost- und Westpreußen (Kanel-, Butterstritzel Frischbier Wb. II 382), Schlesien, Mark, Dresden, auch in Tirol, der Mohnstrützel (Frankfurt a. O., Schlesien), Eierstrützel, Weihnachtsstrützel, der in Leizig Stolle heißt. Vgl. Höfler, Weihnachtsgebäcke (Wien 1905) S. 39 ff.

153 Fn) Schöpf Id. 722 Strutzen ersetzt hier also Wecken.

[Fortsetzung folgt in Abschnitt II]

(Paul Kretschmer: Wortgeographie der hochdeutschen Umgangssprache.
Vandenhoeck & Ruprecht: Göttingen 1918, S. 150-153)

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Stray observations VIII

Oktober 5th, 2011 — 9:36pm

(i) The Great Deluge hits New York yet again. I need to keep in mind, that sunshine usually graces the early hours only, hence morning needs to be put to good use.

(ii) Cactus pear seeds ruin an otherwise fine dish, a fruit salad in my case, made out of fresh mango and kiwi slices in addition to the prickly pear. Mind, its pulp is nothing too spectacular, but it has a nice, exotic flavour. Such a waste!

(iii.a) New Yorkers love their pets dearly. Along Broadway, in the low 80s, you see “Adopt a puppy” stalls week by week, and kitten cuties looking for a new home can be found one day in front of Barnes & Nobles, the other on the corner of Amsterdam and 81st.

(iii.b) Sometimes, though, such affection borders on the insane. I have seen leg warmers on poodles as early as in late September, my dry cleaner’s wife puts her small bundle of cuteness into a fitted t-shirt, and stores like Canine Styles on Broadway and Wet Nose Doggy Gym in Greenwich Village (at 34 E 13th St) speak for themselves.

(iv) The homeless next door receive much less attention than bow-wow fido. A silent, conscientious choice on a daily basis, whom society considers the real fleabags, and a mark of shame for the haves in US society.

Taxi drivers at Friday Prayer, Riverside Drive

Taxi drivers at Friday Prayer, Riverside Drive

(v.a) Friday, 30 Sep: Jumu’ah prayer at 1 Riverside Drive, while festively dressed families take a walk along the neighbourhood streets and parks, honouring Rosh Hashanah.

(v.b) My speculations on an etymological link between Ramadan and Rosh Hashanah prove false. Yet many other similarities in the holy days of Islam and Judaism are striking.

(v.c) Falafel with French fries might not be a New York specialty; I, however, encounter this fast food merger of East and West for the first time. I am not quite won over by this (supposedly) halal dish.

(vi) With the onset of autumn in early October, charity ads appear on TV, imploring the audience to help the growing number of the hapless and less fortunate in American society. Wendy Malick gives maltreatment of animals a voice, Ben Affleck highlights hunger and malnutrition in America.

(vii) Recto: On the D line to Coney Island, at early evening, pretty much everyone around me speaks Mandarin. On the N train (local) towards Queens, Astoria: à la gauche on parle français, to my right Nihongo (Japanese).

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Stray observations VI

September 13th, 2011 — 7:21am

(i.a) Given my extensive consumption and ingestion of ß-carotene in form of baby-cut carrots (the finger food alternative to junk), I am probably in acute and imminent danger of carotenoderma.

(i.b) At least I don’t eat infants!

(ii.a) Addendum to V (i): W 82nd St, 1 am, on my way back from Music After, Rattus norvegicus enters the stage, scurrying up the stairs from a basement to my right, jaywalking the pedestrian path in front of me, then slipping under some perennials covering a tree pit, bowing out of sight.

(ii.b) NYC’s RIP: Is here the wish father to the thought? Are we channeling Freud?

(iii) Waking up to drum rolls and Amazing Grace played on the bagpipe, as a last farewell: “The sun forbear to shine”.

FDNY 9/11 - Tiles for America

FDNY 9/11 - Tiles for America

(iv.a) A horrible slogan, based on fear-mongering: “Drive sober, or get pulled over.” – Wouldn’t an appeal to reason do more good? Or a positive campaign, setting an example?

(iv.b) A terrible slogan, mismatching decency with disease, thus diminishing it as pathological: “If you see an elderly, pregnant, or handicapped person near you, please offer your seat. You’ll be standing up for what’s right. Courtesy is contagious, and it begins with you.” – Just not as a medical condition, I’d hope, lest I be patient zero instead of merely polite.

(v.a) I have such a craving for chocolate. Let it not be Hershey’s!

(v.b) Never a more delicious, or superior taste as evidenced by this address line: Made by Cadbury UK Limited, PO Box 7008, Bournville, Birmingham, B30 2PT, UK. Found at Fairway’s!

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Stray observations V

September 11th, 2011 — 1:27am

(i) Let me introduce you to New York’s fauna and its habitats: Mus musculus (a fugitive rodent at Westside Cleaners), Columba livia domestica (frequently observed on my window sills and the a/c), and the utterly abominable Scutigera coleoptrata, which ranks high among the most creepy extraterrestials ever.

(ii) An embarrassingly long-sought solution to a standard mathematical problem: t[h] = ((speed.A [km/h] + speed.B[km/h]) / distance [km])^-1. (See here if you wish to inquire what that means.)

(iii) How come all the jams I enjoy here in the States, are of Italian origin? First Fiordifrutta: Organic fruit spread: Raspberry, produced by Rigoni di Asiago Spa, Star-K kosher-certified, and now Pomegranate Raspberry: Organic Preserves by Mediterranean Organic, extra fruit, artisan crafted, “grown under the Mediterranean sun, [...] picked at the peak of ripeness and processed in small batches on a 4th generation Italian family farm”.

(iv) A Gourmet Deli? No doubt, I must be in West Village, bordering on Chelsea.

320 West 14th Street

320 West 14th Street

(v) $800 for a dinner for two (omakase-style)? I’d rather go have cazuelas fajitas-style at hip Dos Caminos on the border to Meatpacking District, and then head over to Gaslight with its laidback, retro atmosphere.

(vi) I need my watch battery replaced. Looking for a dealer in the Manhattan yellow pages, I notice that 47 W St nr 5th Ave is the epicentre of New York’s watch-retail, -service and -repair – a.k.a. the Diamond District.

(vii) Spam: “The Jew Watch Project’s 1.5 Billion Pages Served Demonstrate Our Focus on Professionalism”. – What is wrong with you people?! About 1,500,000,000 skew reasons.

(viii) Do you also have a sense of epiphany with this Google Maps street view image?

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Stray observations IV

August 31st, 2011 — 8:21pm

(i) In times of recession, even street advertising adheres to strict cost-benefit-analysis and lowers expenses: Hence the freebie ballpoint pen’s internal ink reservoir holds only enough ink for a few notes and empties within half an hour. Now that is disposable bait, Peapod Delivieries!

(ii) Who’d have thunk I’d ever get jaded of Diet Dr Pepper’s? Dr. Brown’s Diet Cream Soda seems a good alternative, for the moment. Notice the period!

(iii) Up until tonight (29.08.), I’ve never seen ketchup and mustard served as toppings at a Chinese restaurant. So it happened first time at the New Kam Lai take-out joint, 514 Amsterdam Ave.

(iv) I want to try Harriet’s Kitchen. Badly!

(v) Namaste, America! Bollywood at its hips’t on channel 73 (NYC World).

Shangri-La lies in Hell's Kitchen!

Shangri-La lies in Hell's Kitchen!

(vi.a) Forget about the monolingual Americans! It’s a cliché, although a somewhat justified one! At the cash register at Broadway Farm two nights ago, a young Muslim woman parlait français avec un couple, des touristes évidemment, et quand j’ai dit “bonsoir” nous conversions un peu et ensuite je me suis présenté comme allemand, woraufhin wir unsere Unterhaltung auf Deutsch fortführten. In between, she spoke English and ??????? with some staff. Amazing!

(vi.b) A polyglot (a quatrolingual) at a low-wage job. An immigrant, Raquel suggests, a bright future, I’d think.

(vii) A friend is someone listening to your endless ramblings, keeping her smile and shine, forever patient and forgiving.

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Bos taurus humanus

April 15th, 2011 — 9:20pm

Eine simple Überschlagsrechnung, samt eines vielleicht naiven, aber gutherzigen Vorschlags:

Im Mittel verzehrte jeder Deutsche im Jahr 2009 60,5 Kilogramm tierischen Fleisches; in Summe waren dies effektiv 4,961 Milliarden Kilogramm, also knapp 5 Millionen Tonnen Fleisch, ausgedrückt in Schlachtgewicht. (Quelle: Deutscher Fleischer-Verband: Geschäftsbericht 2009/10, S. 29) Etwa die Hälfte des Durchschnittsverzehrs, nämlich 30,4 Kilogramm, entfiel hierbei auf Fleischerzeugnisse wie Wurstwaren, Pasten oder Schinken. (Quelle: Deutscher Fleischer-Verband: Geschäftsbericht 2009/10, S. 32) Der Verzehr von Fisch und Meeresfrüchten findet in diesen Zahlen keine Berücksichtigung.

Nehmen wir der Einfachheit halber an, die Hälfte der deutschen Bevölkerung sei dadurch hinreichend charakterisiert, daß sie (a) Fleisch konsumiere, das sind also knapp 40 Millionen Esser, deren Fleischverzehr großteils durch Rind-, Schweine- und Geflügelzucht abgedeckt wird, und (b) daß diese 40 Millionen bereit seien, mittels eines kleinen Opfers Verzicht zu üben, bspw. an einem Tag in der Woche zusätzlich auf tierisches Fleisch zu verzichten. (Mit diesen Annahmen sei zugestanden, daß es durchaus manchen Fleischesser geben mag, der keinen Verzicht üben will oder solchen generell in Abrede stellt.) Ein durchschnittlicher Fleischkonsum von 1,16 kg / Woche entspricht einem Verzehr von circa 150-200 Gramm / Tag. Der Einfachheit halber sei der untere Wert gewählt, es werde also auf 150 Gramm / Woche verzichtet.

Wenn nun 40 Millionen Personen je Woche einmal z.B. auf den Verzehr von Rindfleisch und Rindfleischprodukten verzichteten, dann beliefe sich die eingesparte Menge an Rindfleisch im Jahr auf 40 Mio. x 52 x 0,15 kg, d.h. 312000 Tonnen Rindfleisch.

Zum Zeitpunkt der Schlachtung betrage, wiederum der Einfachheit halber, das durchschnittliche Lebendgewicht eines Fleischrindes nach der Mast circa 750 Kilogramm, d.h. eine dreiviertel Tonne, und dies sei äquivalent zum Schlachtgewicht.

(Diese Zahlen sind deutlich positiv überschätzt:

(1) Zum einen variiert das Lebendgewicht abhängig von Geschlecht, Alter und Rasse des Tieres und kann realistischer mit 550-750 kg angesetzt werden. Leitend sind folgende Angaben: “Die Jungbullenmast ist die bedeutendste Produktionsmethode in Deutschland.” (Quelle: Wikipedia-Artikel: Rinderproduktion) “Verbreitete Fleischrassen sind beispielsweise Hereford, Charolais und Limousin.” (Quellen: Wikipedia-Artikel: Hausrind, Westfälisch-Lippischer Landwirtschaftsverband e.V.: Übersicht Fleischrinderrassen))

(2) Zum anderen wird in der Fleischproduktion zwischen Lebend- und Schlachtgewicht unterschieden, wobei letzteres “gesetzlich festgelegt [ist] als das Warmgewicht des geschlachteten und ausgeweideten Tieres”, sich also ergibt aus dem Abzug von “Haut, Blut, Magen, Därme[n], Kopf, Füße[n], Innereien und Fett”. (Quellen: Fördergemeinschaft Nachhaltige Landwirtschaft e. V.: Agrarlexikon: Schlachtgewicht, Proviande / Schweizer Fleisch: Fleisch hat seinen Preis, S. 2) So beträgt das Schlachtgewicht beim Rind circa 50 % des Lebend- oder Mastgewichts, und 2010 wurde für Rinder z.B. ein mittleres Schlachtgewicht von 317 Kilogramm erfaßt. (Quelle: Deutsches Statistisches Bundesamt: Fleischproduktion 2010) Diese Unterscheidung sei in dieser Überschlagsrechnung aber vernachlässigt.)

Hier ist nun aber ein weiterer Aspekt zu beachten: In den tatsächlichen menschlichen Verzehr gelangen in der Fleischproduktion nur knapp zwei Drittel des Schlachtgewichts eines Schlachttieres, “da vom Schlachttierkörper wesentliche Teile wie Knochen, Sehnen oder Schwarten entweder nicht verzehrsfähig sind oder als Fette und sonstige Rohstoffe zur Weiterverarbeitung in die chemische Industrie gelangen”. Zudem werden “erhebliche Teile der verzehrsfähigen Menge an Fleisch und Innereien direkt an Tiere verfüttert oder gehen in die industrielle Tierfertignahrungsproduktion”. (Quelle: Deutscher Fleischer-Verband: Geschäftsbericht 2009/10, S. 29)

Somit muß die oben hergeleitete Menge an eingespartem Rindfleisch mit dem Faktor 1,5 multipliziert werden, um, ausgedrückt in Schlachtgewicht, die tatsächliche Anzahl an Tieren zu errechnen, die ein Verzicht auf Fleischverzehr einsparen und der industriellen Verwertung entziehen würde:

312000 x 1,5 Tonnen Rindfleisch entsprechen also (mindestens) 468000 x 4/3 Tieren (zu je einer dreiviertel Tonne), d.h. 624000 Stück Vieh, die durch einen Verzicht, der nicht anders als maßvoll und minimal bezeichnet werden kann, der Rindfleischproduktion und Schlachtung entzogen werden könnten, und dies unter sehr bescheidenen Annahmen. (Entsprechend abgewandelte Ergebnisse lassen sich erzielen, wenn man Geflügel oder Schwein betrachtet, deren geringeres durchschnittliches Einzelgewicht nach Mast in der Folge ein erheblich höheres Einsparpotential erwarten läßt.)

Für einen Fleischesser, wie ich einer bin, stellt diese Überschlagsrechnung ein durchaus überzeugendes Argument dar, Fleisch, wenn ich es verzehre, zu genießen, aber dennoch immer wieder mir und meinem Körper etwas Gutes zu tun und einen kleinen Beitrag zu leisten, indem ich ein- oder mehrfach die Woche auf den Verzehr von Fleisch verzichte und mein kulinarisches Angebot variiere. Das Leid der Tiere anzuführen oder Umwelteffekte der Rindfleischproduktion (vgl. FAO-Report: Livestock’s Long Shadow, Schweizerische Vereinigung für Vegetarismus: Ökobilanz), ganz zu schweigen von (in aller Regel kontraproduktivem) ideologisierendem militantem Vegetarismus, ist hierbei gar nicht vonnöten.

Mein Vorschlag lautet also: Sag nein zu Fleisch an dem einen oder anderen Tag; in der Summe danken es Dir viele, viele Tiere.

Mit Dank an BioBella hier zwei Verweise auf Projekte, die einen fleischlosen Tag die Woche befördern wollen:
Meat Free Monday Kampagne
Initiative Donnerstag – Veggietag

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[fettdurchwachsen] – Bacon

Januar 14th, 2011 — 6:43am

sagt man in Berlin von Fleisch, das von Fett durchsetzt ist: in Österr. unterspickt (im Scherz auch für Personen gebraucht). Speck, der von Fleisch durchwachsen ist, heißt in Berlin magerer Speck (der Wiener Frühstücksspeck1).

My slice of life

My slice of life

(Paul Kretschmer: Wortgeographie der hochdeutschen Umgangssprache.
Vandenhoeck & Ruprecht: Göttingen 1918, S. 196)

1: Den meisten von uns ist dieser köstliche Beitrag der US-amerikanischen Küche heutigentags unter der Bezeichnung “Bacon” bekannt. Weniger verbreitet ist das Wissen um seine etymologische Verwandtschaft mit der Bache (alemannisch und waidmännisch für ausgewachsene Wildsau): über ahd. “bahho, bacho” (= Rückenspeck, ahd. spec).

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