{"id":1220,"date":"2011-04-15T21:20:34","date_gmt":"2011-04-15T19:20:34","guid":{"rendered":"http:\/\/www.quisquilia.net\/nova_blog\/wordpress\/?p=1220"},"modified":"2013-01-06T23:49:25","modified_gmt":"2013-01-06T21:49:25","slug":"bos-taurus-humanus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.quisquilia.net\/nova_blog\/wordpress\/bos-taurus-humanus-1220.html","title":{"rendered":"Bos taurus humanus"},"content":{"rendered":"<p>Eine simple \u00dcberschlagsrechnung, samt eines vielleicht naiven, aber gutherzigen Vorschlags:<\/p>\n<p>Im Mittel verzehrte jeder Deutsche im Jahr 2009 60,5 Kilogramm tierischen Fleisches; in Summe waren dies effektiv 4,961 Milliarden Kilogramm, also knapp 5 Millionen Tonnen Fleisch, ausgedr\u00fcckt in Schlachtgewicht. <em>(Quelle: Deutscher Fleischer-Verband: <a href=\"http:\/\/www.fleischerhandwerk.de\/upload\/pdf\/GB2010_Fleischverzehr.pdf\">Gesch\u00e4ftsbericht 2009\/10<\/a>, S. 29)<\/em> Etwa die H\u00e4lfte des Durchschnittsverzehrs, n\u00e4mlich 30,4 Kilogramm, entfiel hierbei auf Fleischerzeugnisse wie Wurstwaren, Pasten oder Schinken. <em>(Quelle: Deutscher Fleischer-Verband: <a href=\"http:\/\/www.fleischerhandwerk.de\/upload\/pdf\/GB2010_VerzehrFleischerzeugnisse.pdf\">Gesch\u00e4ftsbericht 2009\/10<\/a>, S. 32)<\/em> Der Verzehr von Fisch und Meeresfr\u00fcchten findet in diesen Zahlen keine Ber\u00fccksichtigung.<\/p>\n<p>Nehmen wir der Einfachheit halber an, die H\u00e4lfte der deutschen Bev\u00f6lkerung sei dadurch hinreichend charakterisiert, da\u00df sie <strong>(a)<\/strong> Fleisch konsumiere, das sind also knapp 40 Millionen Esser, deren Fleischverzehr gro\u00dfteils durch Rind-, Schweine- und Gefl\u00fcgelzucht abgedeckt wird, <em>und<\/em> <strong>(b)<\/strong> da\u00df diese 40 Millionen bereit seien, mittels eines <a href=\"http:\/\/www.franciscan-archive.org\/bullarium\/exiit-l.html\">kleinen Opfers<\/a> Verzicht zu \u00fcben, bspw. an einem Tag in der Woche zus\u00e4tzlich auf tierisches Fleisch zu verzichten.  (Mit diesen Annahmen sei zugestanden, da\u00df es durchaus manchen Fleischesser geben mag, der <a href=\"http:\/\/antispe.de\/txt\/ichessegernfleisch.html\">keinen Verzicht<\/a> \u00fcben will oder solchen generell in Abrede stellt.) Ein durchschnittlicher Fleischkonsum von 1,16 kg \/ Woche entspricht einem Verzehr von circa 150-200 Gramm \/ Tag. Der Einfachheit halber sei der untere Wert gew\u00e4hlt, es werde also auf 150 Gramm \/ Woche verzichtet.<\/p>\n<p>Wenn nun 40 Millionen Personen je Woche einmal z.B. auf den Verzehr von Rindfleisch und Rindfleischprodukten verzichteten, dann beliefe sich die eingesparte Menge an Rindfleisch im Jahr auf 40 Mio. x 52 x 0,15 kg, d.h. 312000 Tonnen Rindfleisch.<\/p>\n<p>Zum Zeitpunkt der Schlachtung betrage, wiederum der Einfachheit halber, das durchschnittliche Lebendgewicht eines Fleischrindes nach der Mast circa 750 Kilogramm, d.h. eine dreiviertel Tonne, und dies sei \u00e4quivalent zum Schlachtgewicht. <\/p>\n<div style=\"font-size: smaller; margin-left: 5%; margin-right: 5%;\">(Diese Zahlen sind deutlich positiv \u00fcbersch\u00e4tzt:<\/p>\n<p><strong>(1)<\/strong> Zum einen variiert das Lebendgewicht abh\u00e4ngig von Geschlecht, Alter und Rasse des Tieres und kann realistischer mit 550-750 kg angesetzt werden. Leitend sind folgende Angaben: &#8222;Die Jungbullenmast ist die bedeutendste Produktionsmethode in Deutschland.&#8220; <em>(Quelle: Wikipedia-Artikel: <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Rinderproduktion#Haltung\">Rinderproduktion<\/a>)<\/em> &#8222;Verbreitete Fleischrassen sind beispielsweise Hereford, Charolais und Limousin.&#8220; <em>(Quellen: Wikipedia-Artikel: <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hausrind#Nutzung\">Hausrind<\/a>, Westf\u00e4lisch-Lippischer Landwirtschaftsverband e.V.: <a href=\"http:\/\/www.bauernhof.net\/kuehe\/rinderrassen\/uebersicht.htm\">\u00dcbersicht Fleischrinderrassen<\/a>))<\/em><\/p>\n<p><strong>(2)<\/strong> Zum anderen wird in der Fleischproduktion zwischen Lebend- und Schlachtgewicht unterschieden, wobei letzteres &#8222;gesetzlich festgelegt [ist] als das Warmgewicht des geschlachteten und ausgeweideten Tieres&#8220;, sich also ergibt aus dem Abzug von &#8222;Haut, Blut, Magen, D\u00e4rme[n], Kopf, F\u00fc\u00dfe[n], Innereien und Fett&#8220;. <em>(Quellen:  F\u00f6rdergemeinschaft Nachhaltige Landwirtschaft e. V.: Agrarlexikon: <a href=\"http:\/\/www.agrilexikon.de\/index.php?id=1107\">Schlachtgewicht<\/a>, Proviande \/ Schweizer Fleisch: <a href=\"http:\/\/www.schweizerfleisch.ch\/medium.php?id=255033\">Fleisch hat seinen Preis<\/a>, S. 2)<\/em> So betr\u00e4gt das Schlachtgewicht beim Rind circa 50 % des Lebend- oder Mastgewichts, und 2010 wurde f\u00fcr Rinder z.B. ein mittleres Schlachtgewicht von 317 Kilogramm erfa\u00dft. <em>(Quelle: Deutsches Statistisches Bundesamt: <a href=\"http:\/\/www.destatis.de\/jetspeed\/portal\/cms\/Sites\/destatis\/Internet\/DE\/Presse\/pm\/2011\/02\/PD11__062__413,templateId=renderPrint.psml\">Fleischproduktion 2010<\/a>)<\/em> Diese Unterscheidung sei in dieser \u00dcberschlagsrechnung aber vernachl\u00e4ssigt.) <\/div>\n<p>Hier ist nun aber ein weiterer Aspekt zu beachten: In den tats\u00e4chlichen menschlichen Verzehr gelangen in der Fleischproduktion nur knapp zwei Drittel des Schlachtgewichts eines Schlachttieres, &#8222;da vom Schlachttierk\u00f6rper wesentliche Teile wie Knochen, Sehnen oder Schwarten entweder nicht verzehrsf\u00e4hig sind oder als Fette und sonstige Rohstoffe zur Weiterverarbeitung in die chemische Industrie gelangen&#8220;. Zudem werden &#8222;erhebliche Teile der verzehrsf\u00e4higen Menge an Fleisch und Innereien direkt an Tiere verf\u00fcttert oder gehen in die industrielle Tierfertignahrungsproduktion&#8220;. <em>(Quelle: Deutscher Fleischer-Verband: <a href=\"http:\/\/www.fleischerhandwerk.de\/upload\/pdf\/GB2010_Fleischverzehr.pdf\">Gesch\u00e4ftsbericht 2009\/10<\/a>, S. 29)<\/em><\/p>\n<p>Somit mu\u00df die oben hergeleitete Menge an eingespartem Rindfleisch mit dem Faktor 1,5 multipliziert werden, um, ausgedr\u00fcckt in Schlachtgewicht, die tats\u00e4chliche Anzahl an Tieren zu errechnen, die ein Verzicht auf Fleischverzehr einsparen und der industriellen Verwertung entziehen w\u00fcrde:<\/p>\n<p>312000 x 1,5 Tonnen Rindfleisch entsprechen also (mindestens) 468000 x 4\/3 Tieren (zu je einer dreiviertel Tonne), d.h. 624000 St\u00fcck Vieh, die durch einen Verzicht, der nicht anders als ma\u00dfvoll und <a href=\"http:\/\/gooddeedaday.com\/\">minimal<\/a> bezeichnet werden kann, der Rindfleischproduktion und Schlachtung entzogen werden k\u00f6nnten, und dies unter sehr bescheidenen Annahmen. (Entsprechend abgewandelte Ergebnisse lassen sich erzielen, wenn man Gefl\u00fcgel oder Schwein betrachtet, deren geringeres durchschnittliches Einzelgewicht nach Mast in der Folge ein erheblich h\u00f6heres Einsparpotential erwarten l\u00e4\u00dft.)<\/p>\n<p>F\u00fcr einen Fleischesser, wie ich einer bin, stellt diese \u00dcberschlagsrechnung ein durchaus \u00fcberzeugendes Argument dar, Fleisch, <em>wenn ich es verzehre<\/em>, zu genie\u00dfen, aber dennoch immer wieder mir und meinem K\u00f6rper etwas Gutes zu tun und einen kleinen Beitrag zu leisten, indem ich ein- oder mehrfach die Woche auf den Verzehr von Fleisch verzichte und mein kulinarisches Angebot variiere. Das Leid der Tiere anzuf\u00fchren oder Umwelteffekte der Rindfleischproduktion <em>(vgl. FAO-Report: <a href=\"ftp:\/\/ftp.fao.org\/docrep\/fao\/010\/A0701E\/A0701E00.pdf\">Livestock&#8217;s Long Shadow<\/a>, Schweizerische Vereinigung f\u00fcr Vegetarismus: <a href=\"http:\/\/www.vegetarismus.ch\/info\/oeko.htm\">\u00d6kobilanz<\/a>)<\/em>, ganz zu schweigen von (in aller Regel kontraproduktivem) ideologisierendem <a href=\"http:\/\/www.tierschutznews.ch\/2011\/lounge\/petitionen\/1296-wir-forsdern-einen-fleischsverszicht-in-kindergaerten-und-schulkantinen.html\">militantem<\/a> <a href=\"http:\/\/fleischverbot.info\/\">Vegetarismus<\/a>, ist hierbei gar nicht vonn\u00f6ten.<\/p>\n<p>Mein Vorschlag lautet also: <em>Sag nein zu Fleisch<\/em> an dem einen oder anderen Tag; in der Summe danken es Dir viele, viele Tiere.<\/p>\n<div style=\"font-size: smaller;\">Mit Dank an <a href=\"http:\/\/www.biokontakte.com\/artikel\/essen-trinken\/klimakiller-fleischkonsum\">BioBella<\/a> hier zwei Verweise auf Projekte, die einen fleischlosen Tag die Woche bef\u00f6rdern wollen:<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.meatfreemondays.co.uk\/why-have-meat-free-monday.html\">Meat Free Monday Kampagne<\/a><br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.donnerstag-veggietag.de\/hintergrund\/uebersicht.html\">Initiative Donnerstag \u2013 Veggietag<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine simple \u00dcberschlagsrechnung, samt eines vielleicht naiven, aber gutherzigen Vorschlags: Im Mittel verzehrte jeder Deutsche im Jahr 2009 60,5 Kilogramm tierischen Fleisches; in Summe waren dies effektiv 4,961 Milliarden Kilogramm, also knapp 5 Millionen Tonnen Fleisch, ausgedr\u00fcckt in Schlachtgewicht. (Quelle: Deutscher Fleischer-Verband: Gesch\u00e4ftsbericht 2009\/10, S. 29) Etwa die H\u00e4lfte des Durchschnittsverzehrs, n\u00e4mlich 30,4 Kilogramm, entfiel [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[12],"tags":[42,25,49,16,34],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.quisquilia.net\/nova_blog\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1220"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.quisquilia.net\/nova_blog\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.quisquilia.net\/nova_blog\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.quisquilia.net\/nova_blog\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.quisquilia.net\/nova_blog\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1220"}],"version-history":[{"count":57,"href":"https:\/\/www.quisquilia.net\/nova_blog\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1220\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2031,"href":"https:\/\/www.quisquilia.net\/nova_blog\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1220\/revisions\/2031"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.quisquilia.net\/nova_blog\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1220"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.quisquilia.net\/nova_blog\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1220"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.quisquilia.net\/nova_blog\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1220"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}