{"id":1940,"date":"2013-01-06T06:31:36","date_gmt":"2013-01-06T04:31:36","guid":{"rendered":"http:\/\/www.quisquilia.net\/nova_blog\/wordpress\/?p=1940"},"modified":"2014-01-19T18:43:59","modified_gmt":"2014-01-19T16:43:59","slug":"brod-identitatsfindung-ii","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.quisquilia.net\/nova_blog\/wordpress\/brod-identitatsfindung-ii-1940.html","title":{"rendered":"[Brod] &#8211; Identit\u00e4tsfindung II"},"content":{"rendered":"<p><em>[Fortsetzung von <a href=\"http:\/\/www.quisquilia.net\/nova_blog\/wordpress\/brod-identitatsstiftung-i-1916.html\">Abschnitt I<\/a>]<\/em><\/p>\n<p style=\"text-indent:10%;\">Weiter s\u00fcdlich bezeichnet <em><span style=\"letter-spacing: 2px;\">Weck, Wecken<\/span><\/em> teils das gew\u00f6hnliche Wei\u00dfbr\u00f6dchen, teils ein kuchenartiges Geb\u00e4ck, das namentlich zu Ostern, seltener zu Weihnachten gebacken wird, so der <em>Gelbweck<\/em> in Th\u00fcringen, die <em>Apostelwecken<\/em> in Marburg i. H., die <em>Pr\u00fcfungswecken<\/em> in Baden, die <em>Bimenweggen<\/em> in der Schweiz (H\u00f6fler, Ostergeb\u00e4cke Wien 1906, S. 43. Weihnachtsgeb\u00e4cke S. 48), die <em>Eierweckel<\/em> in Regensb., <em>Eierweckle<\/em> in Augsb. usw. Das gew\u00f6hnliche <a href=\"http:\/\/brotdoc.com\/tag\/weisbrotchen\/\">Wei\u00dfbr\u00f6dchen<\/a> bezeichnet <em><span style=\"letter-spacing: 2px;\">Weck, Wecke<\/span><\/em> in Hessen (Marb., Laubach, Fulda) und am Rhein n\u00f6rdlich bis Koblenz, in Baden und W\u00fcrttemb. (in Darmst. <em>das Weck<\/em>). Der gew\u00f6hnliche Weck wird nur mit Wasser anger\u00fchrt, der mit Milch bereitete hei\u00dft in Darmst., Zweibr., Rastatt, Aschaff. <em>Milchweck<\/em>, anderw\u00e4rts (in Els., Baden, W\u00fcrtt.) <em>Milchbrod<\/em>.<\/p>\n<p style=\"text-indent:10%;\">In Wien ist l\u00e4ngliches Schwarzbrod selten und hei\u00dft dann <em>Wecken<\/em>, genauer <em>schwarzer Wecken<\/em>. Denn der Wecken ist in \u00d6sterreich und ebenso in Nord- und Mitteldeutschland in der Regel Wei\u00dfbrod. Der Name bezieht sich zun\u00e4chst nur auf die keil\u00e4hnliche Form des Geb\u00e4cks: ahd. <em>wecki<\/em>, anord. <em>veggr<\/em>, angls. <em><a href=\"http:\/\/en.wiktionary.org\/wiki\/wecg#Old_English\">wecg<\/a><\/em> engl. <em>wedge<\/em> &#8218;Keil&#8216;. Aber tats\u00e4chlich wird der Wecken au\u00dfer in Bayern fast nur aus Weizenmehl gebacken. Dieser Name ist auf ein Gebiet im Westen des n\u00f6rdlichen und mittleren Deutschland einschlie\u00dflich der s\u00fcdlichen Rheinprovinz (Wiesb., Frankf., Mainz, Saarbr.), Lothringen (Follmann Wb. 533) und Luxemburg (Wb. 479), auf S\u00fcddeutschland, Schweiz und \u00d6sterreich beschr\u00e4nkt und tritt in drei Formen auf, <em>der<\/em> (auch <em>das<\/em>) <em>Weck, die Wecke<\/em> und<\/p>\n<p><em>der Wecken<\/em>. In \u00d6sterreich wird nur <em>Wecken<\/em> und <em>Weckerl<\/em> gesagt, <em>Weck<\/em> und seltener <em>Wecke<\/em> (Harz, Hessen, Lothringen <sup>154 Fn 1<\/sup>)) sind nord- und mitteldeutsch. Diese Bezeichnung eines l\u00e4nglichen Wei\u00dfbrods reicht n\u00f6rdlich bis Schleswig, findet sich in dem Namen eines Fastnachtgeb\u00e4ckes <em>hete Weggen<\/em> (hei\u00dfe Wecken) auch sonst im Norden, z. B. in L\u00fcneburg, nach Schiller-L\u00fcbben Wb. u. <em>wegge<\/em> in Wismar, ist aber sonst in Norddeutschland durch andere Ausdr\u00fccke verdr\u00e4ngt. Das Bremische W\u00f6rterbuch von 1770 (V 221 f.) verzeichnet noch <em>Wek Weg<\/em> als eine Art Weizenbrod, <em>Heet-wek<\/em> und <em>Pennwek<\/em> Kleines Brod im Wert eines 1\/2 Pfennigs. In Aachen lebt der Name fort in dem <em>Paschweck<\/em> d. h. Osterbrod, einer 1\/2 &#8211; 1 m langen Stolle, die in Hamburg schon nicht mehr so, sondern <em>Paschsemmel<\/em> hei\u00dft; s. H\u00f6fler <a href=\"http:\/\/de.wikisource.org\/wiki\/Zeitschrift_des_Vereins_f\u00fcr_Volkskunde\">Zeitschr. d. Vereins f. Volkskunde<\/a> XII (1902) 431. So kommt <em>Weck<\/em> f\u00fcr bestimmte Wei\u00dfbrodarten noch in Krefeld, Siegen, Paderb., \u00f6stlich in Halberst., Eisenach (f\u00fcr eine Stolle) vor.<\/p>\n<div id=\"attachment_1962\" style=\"width: 510px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"http:\/\/www.quisquilia.net\/nova_blog\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/01\/q_brod_iv.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-1962\" loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/www.quisquilia.net\/nova_blog\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/01\/q_brod_iv.jpg\" alt=\"Fr\u00fchst\u00fccksalternativen\" title=\"Fr\u00fchst\u00fccksalternativen\" width=\"500\" height=\"375\" class=\"size-full wp-image-1962\" srcset=\"https:\/\/www.quisquilia.net\/nova_blog\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/01\/q_brod_iv.jpg 600w, https:\/\/www.quisquilia.net\/nova_blog\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/01\/q_brod_iv-300x225.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-1962\" class=\"wp-caption-text\">Fr\u00fchst\u00fccksalternativen<\/p><\/div>\n<p style=\"text-indent:10%;\">Fast an jedem Ort werden mehrere Arten des als Fr\u00fchst\u00fccksgeb\u00e4ck dienenden Wei\u00dfbrodes unterschieden. In Berlin hei\u00dft die feinere mit Milch zubereitete Art <em><span style=\"letter-spacing: 2px;\">Milchbrod<\/span><\/em>, eine noch feinere Abart <em>Dampfmilchbrod<\/em>, klein, allm\u00e4hlich immer kleiner geworden und zweiteilig. Gr\u00f6\u00dfer und nur mit Wasser hergestellt ist die <em>Semmel<\/em>, noch einfacher und gr\u00f6\u00dfer etwa in der Form des bayrischen Kipfes, also oval mit zwei Spitzen und oben einer Kerbe, die <em><span style=\"letter-spacing: 2px;\">Schrippe<\/span><\/em>. Von Milchbrodteig, aber l\u00e4nglicher Form ist der <em>Kn\u00fcppel<\/em> (mit Mohn <em>Mohnkn\u00fcppel<\/em>). Die <em>Schrippe<\/em> mit ndd. <em>pp<\/em> ist spezifisch m\u00e4rkisch <sup>154 Fn 2<\/sup>) und, wo sie sonst vorkommt, <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/berlin\/thierse-debatte-schrippe-oder-wecke-was-stimmt-denn-nun\/7579562.html\">aus Berlin importiert<\/a> <sup>154 Fn 3<\/sup>). Sie findet sich z. B. noch in Stettin, ebenso wie der <em>Kn\u00fcppel<\/em>, der dort auch <em>Sechsuhrbr\u00f6dchen<\/em> hei\u00dft.<\/p>\n<p style=\"text-indent:10%;\">Eine viel weitere Verbreitung haben <em>Milchbrod<\/em> und <em>Semmel<\/em>. Der Name <em><span style=\"letter-spacing: 2px;\">Milchbrod<\/span><\/em> ist in fast ganz Deutschland vertreten, so da\u00df hier eher die Orte anzugeben sind, wo er nicht vorkommt. Er fehlt im n\u00f6rdlichsten Gebiet, in Petersburg, Riga, K\u00f6nigsb., Danzig (wo das Milchbrod <em>Blech-<\/em> oder <em>Mohnsemmel<\/em> hei\u00dft), Mecklenb., Stettin (wo es <em>Schnittsemmel<\/em> hei\u00dft), Schleswig-Holstein, auch Hamb., Harburg, Hannover, Oldenb., Westfalen. Es reicht n\u00f6rdlich bis Posen, Mark, Schwerte, L\u00fcneb., Bremen. Er fehlt in fast ganz Sachsen (au\u00dfer Elsterb.), Braunschw., in einigen th\u00fcringischen St\u00e4dten Eisenach, Koburg,<\/p>\n<div style=\"font-size: smaller;\">\n<sup>154 Fn 1<\/sup>) Liesenberg, Stieger Mundart 218. Follmann Wb. 533.<br \/>\n<sup>154 Fn 2<\/sup>) In Kindlebens Studentenlex. von 1781 als <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mark_Brandenburg\">m\u00e4rkisch<\/a> bezeichnet: Weigand Wb. II 791.<br \/>\n<sup>154 Fn 3<\/sup>) DWb. IX 1754.\n<\/div>\n<p>auch Halle, ist aber sonst in Th\u00fcringen (Halb., Eisl., Zeitz, Sond., Weim.) vertreten, fehlt wieder in Hessen, Kobl., K\u00f6ln, Aachen, kommt vor in Els., Baden, W\u00fcrtt. Aus Bayern geben es mir nur Hof und Amberg an, aus der Schweiz nur Z\u00fcrich. In \u00d6sterr. besteht der Name <em>Milchbrod<\/em>, bezeichnet aber dort ein weiches kuchenartiges Geb\u00e4ck, das in Berlin <em>Kuchenmilchbrod<\/em> hei\u00dft. \u2013 Diese unregelm\u00e4\u00dfige Verbreitung von Milchbrod \u2013 man vergleiche sein<\/p>\n<div style=\"text-indent:20%;\">Vorkommen in Bremen, Fehlen in Hamburg<\/div>\n<div style=\"text-indent:20%;\">Vorkommen in L\u00fcneb., Fehlen in Braunschweig<\/div>\n<div style=\"text-indent:20%;\">Vorkommen in Weimar, Fehlen in Eisenach<\/div>\n<div style=\"text-indent:20%;\">Vorkommen in Siegburg, Fehlen in K\u00f6ln<\/div>\n<p>erkl\u00e4rt sich wohl daraus, da\u00df Name und teilweise auch Sache erst in neuerer Zeit in St\u00e4dte eingef\u00fchrt wurde, wo fr\u00fcher entweder die mit Milch bereitete feinere Art des Wei\u00dfbr\u00f6dchens fehlte oder daf\u00fcr ein anderer Name bestand.<\/p>\n<p style=\"text-indent:10%;\">Weit verbreitet ist auch <em><span style=\"letter-spacing: 2px;\">Semmel<\/span><\/em>, n\u00e4mlich in ganz Deutschland au\u00dfer dem Westen. Es reicht westlich bis Oldenb., Osnabr. (selten in Lingen), Dortm., B\u00fcckeb., Winsen (wo <em>Semmel<\/em> aber ein Kuchen mit Korinthen von der Gr\u00f6\u00dfe eines Brodes ist), G\u00f6ttingen, Weimar, Meiningen, fehlt aber im Westen und S\u00fcdwesten, in Schwerte bei Dortm. und sonst in Westf., Hessen <sup>155 Fn<\/sup>), am Rhein, in Els., Baden, Pfalz, W\u00fcrtt. (wo <em>Wecken<\/em> die Wassersemmel, <em>Milchbrod<\/em> die Milchsemmel bezeichnet). In Els., Lothr., Luxemb. hat <em>Semmel<\/em> (els. <em>Simmel<\/em>) noch die Grundbedeutung &#8218;Mehl&#8216; (in Lothr. &#8218;feines Weizenmehl&#8216;, in Lux. &#8218;S\u00e4gemehl&#8216;) = lat. <em>simila<\/em>. Z\u00fcrich hat <em>Semmel<\/em>, Bern <em>Br\u00f6tchen<\/em>, St. Gallen <em>Weggli<\/em>. In Bayern und \u00d6sterreich ist <em>Semmel<\/em> der Hauptname f\u00fcr das Fr\u00fchst\u00fccksgeb\u00e4ck. In Kempten sagt man daf\u00fcr <em>Laible<\/em>. In Wien hei\u00dft eine einfachere Art Wei\u00dfbrod <em>Schusterla(i)berl<\/em> (eine Art Wassersemmel), in Dresden <em>Dreierbr\u00f6dchen<\/em>. Die verbreitetsten Formen der Semmel sind die einer 8 und die einer Rose. Letztere Form hei\u00dft in \u00d6st. <em>Kaisersemmel<\/em>, das dort \u00fcbliche feinere Wei\u00dfbrod, in Lengenfeld <em>Kaiserbr\u00f6dchen<\/em>, in Dorpat <em>Rosenbrod<\/em>, in Mainz <em>Rosenweck<\/em>, sonst <em>Rosensemmel<\/em>. Dem Berliner Milchbrod entspricht in Wien das <em><span style=\"letter-spacing: 2px;\">Baunzerl<\/span><\/em>, das aber viel m\u00fcrber ist als jenes.<\/p>\n<p style=\"text-indent:10%;\">Neben <em>Semmel, Milchbrod, Weck(en)<\/em> ist <em>Br\u00f6dchen<\/em> die h\u00e4ufigste<\/p>\n<div style=\"font-size: smaller;\">\n<sup>155 Fn<\/sup>) Vilmar Id. 445 schreibt: <span style=\"letter-spacing: 2px;\">Strietzel<\/span> und <span style=\"letter-spacing: 2px;\">Semmel<\/span> sind (in Hessen) g\u00e4nzlich unbekannt, so da\u00df die Dienstboten solcher Herrschaften, welche aus Gegenden, wo <em>Semmel<\/em> herrscht, hierher kommen, wenn sie ausgeschickt werden, &#8222;Semmeln&#8220; zu holen, in der Regel <a href=\"http:\/\/www.huettenhilfe.de\/rezepte\/zimt\/\">Zimmet<\/a> mitbringen.\n<\/div>\n<p>Bezeichnung des kleinen Weizenbrodes. Das Br\u00f6dchen deckt sich wohl in der Regel nicht mit der Semmel, sondern ist h\u00e4rter und \u00e4hnelt in der Form dem Berliner <em>Kn\u00fcppel<\/em>. Der Ausdruck ist haupts\u00e4chlich norddeutsch, von Petersburg bis Aachen reichend, fehlt aber in Berlin, wo man solche Deminutiva [korrekt: Diminutiva] wenig liebt und als kleinlich empfindet. Er findet sich z. B. in K\u00f6nigsb., L\u00fcb., Harb., Oldenb., G\u00f6tt., B\u00fcckeb., Harz, Halle, Eisenach, Kassel, Westfalen, am Rhein (K\u00f6ln, D\u00fcsseld., Wesel), in Wiesb., Frankf., Elsa\u00df, Baden, Bern. Im Osten noch in Beuthen, Bautzen. <em>Milchbr\u00f6dchen<\/em> in Posen, Winsen, Schwerte, Kobl., Mainz, <em>Milchbr\u00f6dle<\/em> in Heidelb.<\/p>\n<div id=\"attachment_1960\" style=\"width: 510px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"http:\/\/www.quisquilia.net\/nova_blog\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/01\/q_brod_iii.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-1960\" loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/www.quisquilia.net\/nova_blog\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/01\/q_brod_iii.jpg\" alt=\"Fr\u00fchst\u00fccksfest\" title=\"Fr\u00fchst\u00fccksfest\" width=\"500\" height=\"375\" class=\"size-full wp-image-1960\" srcset=\"https:\/\/www.quisquilia.net\/nova_blog\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/01\/q_brod_iii.jpg 600w, https:\/\/www.quisquilia.net\/nova_blog\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/01\/q_brod_iii-300x225.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-1960\" class=\"wp-caption-text\">Fr\u00fchst\u00fccksfest<\/p><\/div>\n<p style=\"text-indent:10%;\">Zu diesen vier verbreitetsten Ausdr\u00fccken kommt nun noch eine Anzahl \u00f6rtlich mehr beschr\u00e4nkter, besondere Wei\u00dfbrodarten bezeichnender Namen. In Petersburg die <em><span style=\"letter-spacing: 2px;\">Bulke<\/span><\/em> aus lett. <em>bulka<\/em>, kleinruss. <em>bulka<\/em> &#8218;Semmel&#8216;. In Schlesw.-Holstein, Hamb., Harb., Hannover hei\u00dft die 8 f\u00f6rmige Semmel <em><span style=\"letter-spacing: 2px;\">Rundst\u00fcck<\/span><\/em>, in Regensburg <em><span style=\"letter-spacing: 2px;\">Milchkoppel<\/span><\/em>. In Dorpat hei\u00dft das mit Wasser bereitete Wei\u00dfbrod <em><span style=\"letter-spacing: 2px;\">Franzbrod<\/span><\/em> d. h. franz\u00f6sisches Brod (vgl. ital. <em><a href=\"http:\/\/www.theartisan.net\/baguette_pane_francese.htm\">pane francese<\/a><\/em>), ein Wort aus dem 18. Jahrhundert; <em><span style=\"letter-spacing: 2px;\">Franzbr\u00f6dchen<\/span><\/em> kommt auch in Mitteldeutschland vor, Koburg, Braunschw., Winsen, Marburg, nach Schumann Wortsch. 14 in L\u00fcbeck, nach Jecht Wb. 5 in Mansfeld, nach Hertel Th\u00fcr. W. 98 in Nordhausen. In G\u00f6ttingen ist <em>Franzbrod<\/em> oder <em>-br\u00f6dchen<\/em> ein mit Milch hergestelltes Weizenbr\u00f6dchen, l\u00e4nglichrund und gekerbt, w\u00e4hrend das <em>Raspelbrod<\/em> kreisrund und ungekerbt ist. Auch <em>Wei\u00dfbr\u00f6dchen<\/em> kommt als Name vor in Trier, <em>Wei\u00dfbrod<\/em> in Braunschw., Krefeld. Ein kuchenartiges Wei\u00dfbrod mit Rosinen sind im ndd. Sprachgebiet die <em><span style=\"letter-spacing: 2px;\">Stuten<\/span><\/em> (z. B. in L\u00fcb., Winsen, Osnabr., Dortm., Norden), der &#8222;schleswig-holsteinische <em>Weihnachtsstuten<\/em>&#8222;, der <em>Stutenweck<\/em>, in K\u00f6ln und D\u00fcsseld. <em>Platz<\/em>, vgl. H\u00f6fler Weihnachtsgeb\u00e4cke 49. Damit verlassen wir aber schon das Kapitel Brod und kommen in das Gebiet der zahlreichen s\u00fc\u00dfen, wenn auch einfachen, semmelartigen Kuchengeb\u00e4cke, wie das <em>Kuchenmilchbrod<\/em> in Berlin.<\/p>\n<p><em>(Paul Kretschmer: Wortgeographie der hochdeutschen Umgangssprache.<br \/>\nVandenhoeck &#038; Ruprecht: G\u00f6ttingen 1918, S. 153-156)<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>[Fortsetzung von Abschnitt I] Weiter s\u00fcdlich bezeichnet Weck, Wecken teils das gew\u00f6hnliche Wei\u00dfbr\u00f6dchen, teils ein kuchenartiges Geb\u00e4ck, das namentlich zu Ostern, seltener zu Weihnachten gebacken wird, so der Gelbweck in Th\u00fcringen, die Apostelwecken in Marburg i. H., die Pr\u00fcfungswecken in Baden, die Bimenweggen in der Schweiz (H\u00f6fler, Ostergeb\u00e4cke Wien 1906, S. 43. 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