{"id":502,"date":"2009-05-23T04:32:06","date_gmt":"2009-05-23T02:32:06","guid":{"rendered":"http:\/\/www.quisquilia.net\/nova_blog\/wordpress\/?p=502"},"modified":"2011-04-25T17:22:34","modified_gmt":"2011-04-25T15:22:34","slug":"simile-dissimile","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.quisquilia.net\/nova_blog\/wordpress\/simile-dissimile-502.html","title":{"rendered":"Simile dissimile"},"content":{"rendered":"<p>&#8222;[A]m sch\u00f6nsten scheint es mir aber jetzt, wenn die Herbstsonne Vesper h\u00e4lt und sich der Himmel schmachtend bl\u00e4ut; wenn die Sch\u00f6pfung aufatmet nach der Hitze, wenn die K\u00fchlung sich erhebt und das Blatt auf der Wiese woll\u00fcstig zittert, w\u00e4hrend der Wald wispernd f\u00e4chelt, wenn die Sonne an den Abend denkt, um im Meer sich zu k\u00fchlen, wenn die Erde sich zur Ruhe schickt und an ihr Dankgebet denkt, wenn sie vorm Abschied einander verstehen im z\u00e4rtlichen Zusammenschmelzen, das den Wald dunkelt und die Wiese gr\u00fcner macht.&#8220;<\/p>\n<p><em>(in der \u00dcbersetzung <a href=\"http:\/\/www.kirchenlexikon.de\/r\/reuter_ha.shtml\">Hans Reuters<\/a>, in: <a href=\"http:\/\/da.wikipedia.org\/wiki\/Edvard_Lehmann_(religionshistoriker)\">Edvard Lehmann<\/a>: Die Klassiker der Religion, Band 8-9: S\u00f6ren Kierkegaard, Berlin 1913: S. 41)<\/em><\/p>\n<p>&#8222;[A]m sch\u00f6nsten d\u00fcnkt es mich jetzt, wenn die Augustsonne halb gegen Abend steht und der Himmel schmachtend verblaut; wenn die Sch\u00f6pfung aufatmet nach des Tages Hitze, wenn der k\u00fchlende Hauch zu wehen beginnt und die Wiesenbreite woll\u00fcstig zittert unter dem F\u00e4cheln des Waldes; wenn die Sonne auf den Abend sinnt, um im Meer sich zu k\u00fchlen, wenn die Erde sich zur Ruhe schickt und auf die Danksagung sinnt, wenn sie vor dem Scheiden sich verstehen in dem zarten Verschwimmen, welches den Wald dunkeln l\u00e4\u00dft und die Wiese noch gr\u00fcner macht.&#8220;<\/p>\n<p><em>(in der \u00dcbertragung <a href=\"http:\/\/www.bbkl.de\/h\/hirsch_e.shtml\">Emanuel Hirschs<\/a> unter Mitarbeit von Rose Hirsch, D\u00fcsseldorf 1958, hier: Simmerath 2004: S. 18)<\/em><\/p>\n<p><em>N.b.: Sprachlich ist fraglos die \u00dcbersetzung der <\/em><a href=\"http:\/\/www.adl.dk\/adl_pub\/fportraet\/cv\/ShowFpItem.xsql?nnoc=adl_pub&#038;ff_id=75&#038;p_fpkat_id=indl\">Stadier paa livets vei<\/a> (1845)<em> durch den jung verstorbenen Reuter \u00fcberlegen, nicht zuletzt, weil die Variante Hirschs \u00fcberraschend h\u00e4ufig ungelenk und an anderer Stelle epigonal anmutet.<br \/>\nNeben \u00e4sthetischen Aspekten kann nicht vernachl\u00e4ssigt werden, inwieweit die Kierkegaard-Deutung und -\u00dcbertragung des letzteren durch sein <a href=\"http:\/\/www.dhm.de\/lemo\/html\/nazi\/innenpolitik\/christen\/index.html\">deutsch-christliches<\/a>, und sp\u00e4ter <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Emanuel_Hirsch\">genuin nationalsozialistisches<\/a>, Engagement beeinflu\u00dft ist. (So ist die Gewissensethik Hirschs nach 1933 klar normativ und ideologisch, &#8222;durch heilige Bindung&#8220;, am Nationalsozialismus ausgerichtet.)<br \/>\nAus diesen Gr\u00fcnden ist zu bedauern, da\u00df Kierkegaards Werk in der \u00dcbersetzung Reuters einzig fragmentarisch, in Anthologieform, vorliegt, und der R\u00fcckgriff der Gesamtausgabe im <a href=\"http:\/\/www.grevenberg-verlag.de\/\">Grevenberg Verlag<\/a> auf Hirsch mu\u00df kritisch stimmen.<\/em><\/p>\n<p>&#8222;[M]en skj\u00f8nnest synes det mig nu, naar H\u00f8stsolen holder Midaften og Himlen blaaner sm\u00e6gtende; naar Skabningen aander efter Heden, naar K\u00f8lingen giver sig l\u00f8s, og Engens Blad zittrer vellystigt medens Skoven vifter; naar Solen t\u00e6nker paa Aftenen for at svale sig i Havet, naar Jorden skikker sig til Hvile og t\u00e6nker paa Taksigelsen, naar de f\u00f8r Afskeden forstaae hinanden i den \u00f8mme Sammensmelten, der m\u00f8rkner Skoven og gj\u00f8r Engen gr\u00f8nnere.&#8220;<\/p>\n<p><em>(Digitalisierte Fassung des Originaltextes: <a href=\"http:\/\/sks.dk\/SLV\/txt.xml\">SKS elektronisk udgave<\/a>)<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;[A]m sch\u00f6nsten scheint es mir aber jetzt, wenn die Herbstsonne Vesper h\u00e4lt und sich der Himmel schmachtend bl\u00e4ut; wenn die Sch\u00f6pfung aufatmet nach der Hitze, wenn die K\u00fchlung sich erhebt und das Blatt auf der Wiese woll\u00fcstig zittert, w\u00e4hrend der Wald wispernd f\u00e4chelt, wenn die Sonne an den Abend denkt, um im Meer sich zu [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[5],"tags":[19,15,23],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.quisquilia.net\/nova_blog\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/502"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.quisquilia.net\/nova_blog\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.quisquilia.net\/nova_blog\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.quisquilia.net\/nova_blog\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.quisquilia.net\/nova_blog\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=502"}],"version-history":[{"count":18,"href":"https:\/\/www.quisquilia.net\/nova_blog\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/502\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":504,"href":"https:\/\/www.quisquilia.net\/nova_blog\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/502\/revisions\/504"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.quisquilia.net\/nova_blog\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=502"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.quisquilia.net\/nova_blog\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=502"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.quisquilia.net\/nova_blog\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=502"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}