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Stray observations III

August 22nd, 2011

(i) How many bags does a man need? Depending on whom you ask, two cloth grocery ones or a hundred plastic shopping bags custom-printed for Westside Market NYC Est. 1965. On the street and at the cash register, this betrays me as a German more than anything else.

(ii) Which reminds me of the Austro-German recycling conundrum. There, to recycle a PET bottle is to dispose of it at a plastic bottle bank, or outright discard it. For us, the keyword is the recycling deposit, or bottle bill.

(iii.a) On my way to Webster Hall, I read “destined2bgreat” tattooed unto the neck of a young, black woman: What a perfect metaphor for the radiance and compassionate confidence of youth.

(iii.b) And for her specifically, what a maxim to go by in one’s personal branding and conduct of life. Unknowingly and unchallenced by history – or as a transformative act of reappropriation? I can’t tell.

(iv) What a difference a letter makes! A mile, or a 15 minutes walk minimum, as I outsmarted myself with taking the 2 Express, ending up at W 14th St / 7 Ave instead of E 14th St / Union Square. (See here.)

(v) We regret these disruptions in service. (MTA, Brooklyn-bound L line)

(vi) At concerts these days, there is always a not too tiny faction diligently texting and receiving msgs on their shiny new cells, instead of listening. Inundated by the then and there, they miss the here and now.

(vii) The same goes for us hiding behind (captured by?) the lens of a pocket-size camera.

(viii) This city has been overtaken by the iPads. Tablets are everywhere, on the subway as e-books, at concert venues as photographic devices and digital frames for fleeting stills, on the street as somewhat oversized flyswatters, or just as a personal display of vanity, plus a badge of honour for the tech-savvy.

(ix) Old-fashioned me is still handling physical maps and plans, and books for the sake of it. Each day, though, takes small nibbles at the material and its toll at my patience, hence casting doubt unto the reasonable practicability of the former practice.

(x) What a tasty blend, the pluot!

[schelten] - visualisiert

January 14th, 2011

In Berlin bedeutet schelten ‘erregt tadeln, Vorwürfe machen’, schimpfen ‘Schmähworte gebrauchen’. Während schelten in Norddeutschl. der Umgangssprache geläufig ist (auch das Subst. Schelte), nimmt es nach Südosten immer mehr ab und wird durch schimpfen ersetzt. Schon in Breslau klingt schelten gesucht, literarisch. In Württemberg sagen die Gebildeten nur schimpfen, aber die reine Volksmundart kennt noch schelten, das dem Gebildeten gewählt, dichterisch, biblisch vorkommt. Auch weiter westlich ist schelten mundartlich (in Heidelb. schenne) vertreten Fn): als hd. wird mir teils (in Saarbr., Pfalz, Els.) schelten, teils (in Kobl., Wiesb., Frankfurt, Darmst.) schimpfen angegeben. In Bayern überwiegt wohl schimpfen. Nach Schmeller Wb. II 416 wird dort schelten “vorzugsweise für fluchen” gebraucht, was wohl nur als mundartlich gelten kann. In Österreich fehlt schelten ganz und wird nur schimpfen gesagt. Er hat sehr geschimpft, er hat mich ausgeschimpft bedeutet also dort ‘er hat sehr gescholten, er hat mich ausgescholten’, nicht ‘er hat beleidigende Schimpfworte gebraucht’.1

Fn) Vgl. Meisinger Wb. v. Rappenau 162. Autenrieth Pfälz. Id. 122. Els. Wb. II 412. Follmann Wb. 438.
In Schimpf zuschanden: Am Wiener Pranger

In Schimpf zuschanden: Am Wiener Pranger

(Paul Kretschmer: Wortgeographie der hochdeutschen Umgangssprache.
Vandenhoeck & Ruprecht: Göttingen 1918, S. 404)

1: Diese Bedeutungsdifferenz findet sich im Hochdeutschen heute durchgängig im, durch Präfix angezeigten, unterschiedlichen Gebrauch von “schimpfen” und “beschimpfen”, wobei ersteres “tadeln, klagen, fluchen, sich ärgern”, letzteres “anpöbeln, schmähen, verhöhnen, verächtlich machen” heißt.

Moozak

August 4th, 2010

Wien und Klassik sind oftmals synonym miteinander, und auch die Neue Musik im E-Sinne wird institutionalisiert und bedient junge wie bürgerliche Auditorien; woran es mangelt, auch wenn sich Nischen finden hie und da und ein enthusiastisches Publikum durchaus empfänglich ist und sich einstellt, das ist die experimentelle Musik, jenes Changieren zwischen Neugierde und Dilettantismus, Unbedarftheit und überkandidelter Kultiviertheit, kurz gesagt jenes Moment, typisch für Berlin, worin sich Übermut paart mit Vision, Fingerspitzengefühl mit Anorexia nervosa, Ideal mit humoristischem Augenzwinkern.

Klub Moozak: Mats Gustafsson @ Skug Salon

Klub Moozak: Mats Gustafsson @ Skug Salon

Eine der wenigen Ausnahmen bietet sich im Rahmen der vom Klub Moozak und Salon Skug ausgerichteten Veranstaltungsreihen wie z.B. am 12.05. mit dem schwedischen Jazzsaxophonisten und Noise-Improvisatoren Mats Gustafsson, der auf den Bahnen eines Masami Akita, Yamazaki Maso und Yamataka Eye wandelt - oder vielmehr nervenzehrend wankte und kränkelte, war seine Performance im Fluc doch nicht sonderlich ausgewogen oder gelungen ungleich jener Bernhard Loibners, dessen Plattenveröffentlichung Anlaß gab für den musikalischen Abend.

Warum eigentlich kommt eine der spannendsten Musikpublikationen im deutschsprachigen Raum, das Skug, just aus Wien? Und warum ist es praktisch unmöglich, dies Magazin in Berlin zu finden, jener selbsternannten und selbstbefeuerten Brutstätte eks-perimenteller Musik?