Blütenelegie (Elegia floris fici benj.)

Nur sieben Blätter scheiden Tod von Leben, sieben Regungen und letzte traurige Wimpel,
eines einst so stolzen Hauptes niedergesenkt Tracht,
sieben Blätter, an die auch ich mein Bittgebet richte, und meine Hoffnung auflehn, aufstütz,
vergebens anbind, daß du, Freund, von neuem erblühest, erblühen mögest,
sieben Blätter verblieben der Hundertschar Pracht, sieben an Spitzen versiegten Gehölz, -

an deine dürren Arme, gestutzt, versehret, liegen des morgens, zunächst noch, an
Wundumschläge, an die ich abbinde, Trauerflor, den amputierten Gliedern, im treuen Bekenntnis an dein Atout,
und Abschied nehme nach fünfzehn Jahren, treuer Begleiter, mein alter Pança,
wovon diese Blätter aus stolzeren Tagen, jungem Trieb, von Aufbruch versprechen, an je und eh
noch künden tröstlich Gedanken, -

bevor in Gedenken sich wandelt, was einst vornweg, zum Himmel wärts, weise, gewiesen,
still mir den Platz wies und Heim und Traute,
im närrischen Toll mir Seit an Seit, zum Ratsspruch stand und zur Beschwörung,
kein Widerwort nimmer, und doch in wildem Gestammel Part
und stillen Dialogs offnes Barmen. -

Dein Umfangen vergalt ich in feigem Stoß:
beflügelt dein End in hilfloser Rettung, hilfloser Schmach. -
Fahr wohl, mein Sancho, ich folg dir auf dem Fuß.

Category: Dikt | Tags: , | estienne210 Kommentare deaktiviert

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