You are currently browsing the archives for the Sprache tag.

mmix.xxv

January 6th, 2010

Titus Arnu (Hrsg.): Übelsetzungen - Sprachpannen aus aller Welt
Langenscheidt, Berlin / München et al. 2007
3. Auflage 2008

beg, bee: 27.12.2009, 28.12.2009

Wohl kaum ein Buch zu nennen, ergeht sich dies unverkennbar deutsche Printprodukt, ohne jeglichen Hintersinn, in Schadenfreude und Häme und läßt so neben wohlfeilem Feixen für Sprachwitz oder humorvolle Sprachkritik keinen Raum. Montiert und redigiert qua wahllosem Cut & Paste und beliebiger Bebilderung, entpuppt es sich so in für einen Verlag wie Langenscheidt beschämender Weise als billige Fließbandware, welche die Leser mit eigenen Schnappschüssen und Fundstücken zu ergänzen aufgefordert sind im als Anschreiben verfaßten Kolophon. דרעק: Drek auf dem teller.

128 Seiten, Broschur
dt.-sprachig
Bildband, Sprachkritik, Deutschland

mmix.xix

July 25th, 2009

N.N. (= Wilhelm Schölermann (Hrsg.)): Vlaemische Dichtung
Eine Auswahl im Urtext und in Übersetzung
Eugen Diederichs, Jena 1916

beg, bee: 20.07.2009, 21.07.2009

Belgien, das ist eine parlamentarische Monarchie im Herzen Europas, Benelux-Staat und Stammsitz europäischer Institutionen; ein Land mit deftig-rustikaler Küche und Haut cuisine, einem Faible für Pommes frites und mehr als 1000 verschiedenen Starkbieren, darunter das fruchtige Kriek, das dunkle Oud Bruin und das bernsteinfarbene Tripel der Trappisten von Chimay; Belgien, schließlich, das ist die Heimat von Tim & Struppi (oder wie Hergé sie nannte: Tintin et Milou), der Schlümpfe und des wortkargen Revolverhelden Lucky Luke und seines getreuen Begleiters Jolly Jumper. Belgien ist aber auch, seit es sich in der “belgischen Revolution” von 1830 vom Vereinigten Königreich der Niederlande lossagte, von Anfang an ein Land des Sprachenstreits, des Gegensatzes zwischen der frankophonen wallonischen Minderheit im Süden und den niederländischsprachigen Bewohnern Flanderns. Dieser Konflikt, der seit dem 19. Jahrhundert schwelt und der den nach fünf Reformen in den letzten 40 Jahren reichlich föderalen Staat regelmäßig an den Rand der Auflösung bringt, hat ökonomische, kulturelle und auch politische Gründe, die das Land besonders zu Beginn des 20. Jahrhunderts auch immer wieder zum Spielball ausländischer Interessen werden ließen. 1914, mit Beginn des 1. Weltkrieges, marschierten deutsche Truppen unter Mißachtung belgischer Neutralität ein, um den französischen Feind von Norden her zu umklammern. Dieser 1905 entwickelte, wenn auch von Moltke adaptierte Schlieffen-Plan provozierte den Kriegseintritt Großbritanniens und die Katastrophe des großen europäischen Krieges.

Flankiert wurden die militärischen Operationen an der Westfront im Deutschen Reich durch die sogenannte Flamenpolitik, den Versuch, Unterstützung durch ein deutschfreundliches Flandern zu gewinnen, indem das gemeinsame “geistige Band zwischen Deutschtum und Vlamentum” (Stockey) betont und die flämische Sprache und Literatur als der deutschen eng verwandt neuentdeckt wurde. Daß jene im jungen belgischen Staat der französischen Amtssprache nachgeordnet war, wurde als Beleg des Herrschafts- und Vormachtsanspruchs der “Welschen”, d.h. der Wallonen, angeführt. Unter diesem Vorzeichen verlegte der Jenaer Eugen Diederichs Verlag anno 1916 die vorliegende zweisprachige Anthologie in einem schmucken Pappband mit einer Umschlagzeichnung des Posener Illustrators Fritz Helmuth Ehmcke. Es finden sich darin mit Emmanuel Hiel, Albrecht Rodenbach und Theodoor Sevens kämpferische, nationalistische Stimmen, deren Dichtung ein ums andre Mal den flämischen Gründungsmythos beschwört: die Goldene Sporenschlacht bei Kortrijk, als 1302 ein flämisches Infanterieheer aus Bauern und Zunfthandwerkern die französische Kavallerie unter Robert Graf von Artois vernichtend schlug. Neben solch flämisch-nationalen Anklängen spiegelt die Gedichtsammlung die stilistische Bandbreite des späten 19., frühen 20. Jahrhunderts wider mit der Naturlyrik eines Guido Gezelles, den historisierenden Versen Willem Gijssels und der naiven Poesie Pol de Monts. Die Mehrzahl der ausgewählten Texte zeichnet sich durch sprachliche Einfachheit aus, die den Herausgeber an “Kinderlaut und Naturton” gemahnt, was nicht einzig dem Klang geschuldet ist. Hymnus und Pathos dieser Kriegsgesänge stoßen dem Leser nachgeborener Generation sauer auf und wirken eingedenk der zwei großen, durch Nationalismus befeuerten Kriege seltsam schal und unzeitgemäß. Aus den Strophen spricht zu uns gestriger Geist, den wir hoffen wollen, in Europa überwunden zu haben. Die Dilletantismen eines August Oscar Vermeiren, der holdes Kindesglück sich zum Thema wählt, oder eines Lambrecht Lambrechts, der Mutter und Oheim sprachlich hilflos ehrt, sind leider charakteristisch für die Qualität der Auswahl; nur vereinzelt können Verse bestechen wie das zaubrische, literarisch versierte Exzerpt aus Prosper van Langendoncks Der Wald, in welchem mit dem Symbolismus die Moderne anklingt. Dem Gros der Texte, selbst dem als Sonett verfaßten Dorfidyll des Niederländers Jacques Perk, unterliegt ein überraschend dunkler Grundton - vielleicht Zeugnis des geschichtlichen Bewußtseins ob ihrer Sujets. Die Übertragungen ins Deutsche, vorgenommen durch den Herausgeber sowie Hjerm Holling, sind angemessen und erreichen das selbstgesteckte Ziel, dem aufmerksamen Leser die Nähe der Sprachen vor Augen zu führen.

In dieser Erstausgabe bleibt der Herausgeber ungenannt: Wilhelm Schölermann, geboren 1865, tätig als Kunsthistoriker, Maler und Schriftsteller, war eine prägende und zutiefst ambivalente Figur des wilhelminischen Geisteslebens um die Jahrhundertwende und trat einerseits, als Übersetzer der Grashalme Walt Whitmans, der Architekturtheorie John Ruskins und der Essays Ralph Waldo Emersons, mit bedeutenden Beiträgen zur Vermittlung britischer und amerikanischer Literatur im kaiserlichen Deutschland in Erscheinung. Auf der anderen Seite nahm er rege teil am antisemitischen und rassischen Diskurs seiner Zeit und veröffentlichte u.a. in Theodor Fritschs deutsch-nationaler Zeitschrift Hammer wie auch in den Deutschbundblättern zu Fragen der Volkshygiene und zur “Judenfrage”. In seinen Schlußbemerkungen zum vorliegenden Band, im Nachwort wird eben dieser nationalistische Charakter Wilhelm Schölermanns unverkennbar, wenn er eingedenk des “stammverwandten Volkes” der Flamen auf das hinweist, “was blutsverwandte Rassen einander geben und nehmen, was sie wechselseitig schenken und empfangen können: ein Fühlen und Denken, ein Hoffen, Leiden und Singen, einen Sprachenstamm”. 100 Jahre später sind es immer noch die Sprachen, die uns scheiden - aber das wechselseitige Annehmen in der Verschiedenheit, vielleicht zeichnet sich darin der Erfolg des europäischen Projekts aus.

142, (2) Seiten, Festeinband
dt.-/ndl.-sprachig (Ü: Wilhelm Schölermann, Hjerm Holling)
Lyrik, Literatur, Flandern, Belgien

Simile dissimile

May 23rd, 2009

“[A]m schönsten scheint es mir aber jetzt, wenn die Herbstsonne Vesper hält und sich der Himmel schmachtend bläut; wenn die Schöpfung aufatmet nach der Hitze, wenn die Kühlung sich erhebt und das Blatt auf der Wiese wollüstig zittert, während der Wald wispernd fächelt, wenn die Sonne an den Abend denkt, um im Meer sich zu kühlen, wenn die Erde sich zur Ruhe schickt und an ihr Dankgebet denkt, wenn sie vorm Abschied einander verstehen im zärtlichen Zusammenschmelzen, das den Wald dunkelt und die Wiese grüner macht.”

(in der Übersetzung Hans Reuters, in: Edvard Lehmann: Die Klassiker der Religion, Band 8-9: Sören Kierkegaard, Berlin 1913: S. 41)

“[A]m schönsten dünkt es mich jetzt, wenn die Augustsonne halb gegen Abend steht und der Himmel schmachtend verblaut; wenn die Schöpfung aufatmet nach des Tages Hitze, wenn der kühlende Hauch zu wehen beginnt und die Wiesenbreite wollüstig zittert unter dem Fächeln des Waldes; wenn die Sonne auf den Abend sinnt, um im Meer sich zu kühlen, wenn die Erde sich zur Ruhe schickt und auf die Danksagung sinnt, wenn sie vor dem Scheiden sich verstehen in dem zarten Verschwimmen, welches den Wald dunkeln läßt und die Wiese noch grüner macht.”

(in der Übertragung Emanuel Hirschs unter Mitarbeit von Rose Hirsch, Düsseldorf 1958, hier: Simmerath 2004: S. 18)

N.b.: Sprachlich ist fraglos die Übersetzung der Stadier paa livets vei (1845) durch den jung verstorbenen Reuter überlegen, nicht zuletzt, weil die Variante Hirschs überraschend häufig ungelenk und an anderer Stelle epigonal anmutet.
Neben ästhetischen Aspekten kann nicht vernachlässigt werden, inwieweit die Kierkegaard-Deutung und -Übertragung des letzteren durch sein deutsch-christliches, und später genuin nationalsozialistisches, Engagement beeinflußt ist. (So ist die Gewissensethik Hirschs nach 1933 klar normativ und ideologisch, “durch heilige Bindung”, am Nationalsozialismus ausgerichtet.)
Aus diesen Gründen ist zu bedauern, daß Kierkegaards Werk in der Übersetzung Reuters einzig fragmentarisch, in Anthologieform, vorliegt, und der Rückgriff der Gesamtausgabe im Grevenberg Verlag auf Hirsch muß kritisch stimmen.

“[M]en skjønnest synes det mig nu, naar Høstsolen holder Midaften og Himlen blaaner smægtende; naar Skabningen aander efter Heden, naar Kølingen giver sig løs, og Engens Blad zittrer vellystigt medens Skoven vifter; naar Solen tænker paa Aftenen for at svale sig i Havet, naar Jorden skikker sig til Hvile og tænker paa Taksigelsen, naar de før Afskeden forstaae hinanden i den ømme Sammensmelten, der mørkner Skoven og gjør Engen grønnere.”

(Digitalisierte Fassung des Originaltextes: SKS elektronisk udgave)

Flaneur-Elaborat

May 4th, 2009

Worüber man vergeblich in Büchern Aufklärung suchte, darüber bekommt man plötzlich Licht, wenn man ein Dienstmädchen mit dem andern reden hört; einen Ausdruck, den man vergeblich seinem eigenen Hirn auspressen wollte, in Wörterbüchern, selbst in der Gesellschaft Gelehrter vergeblich gesucht hat, bekommt man im Vorbeigehen aus dem Munde eines gemeinen Soldaten zu hören, der nicht einmal wei[ß], wie reich er ist. Und wie einer, der in dem gro[ß]en Wald geht, mit Staunen über dem Ganzen bald einen Zweig, bald ein Blatt sich bricht, dann wieder einem Vogelschrei lauscht, so geht es einem, wenn man sich unter die Menge mischt: da sieht man jetzt eine [Ä]u[ß]erung eines Seelenzustandes, dann wieder eine andere, man lernt und wird nur immer noch lernbegieriger. So lä[ß]t man sich nicht von Büchern betrügen, als käme das Menschliche so selten vor; so wendet man sich auch nicht an die Zeitungen; das Beste an der [Ä]u[ß]erung, das Liebenswürdigste, der psychologische kleine Zug wird doch manchmal nicht wiedergegeben.

ex:
Sören Kierkegaard: Stadien auf dem Lebenswege, Leipzig 1886, S. 458
(in: Harald Höffding: Sören Kierkegaard als Philosoph, Stuttgart 1896, S. 60f.)

De·constru·ire

December 29th, 2008

He watched Broadway float into the curved window and felt as if blocks of time and space had come loose and drifted. The misplaced heartland hotel. The signs for Mita, Midori, Kirin, Magno, Suntory - words that were part of some synthetic mass language, the esperanto of jet lag. And the tower under construction across the street, webbed and draped against the weather, figures moving fleetly past gaps in the orange sheeting. He saw them clearly now, three or four kids playing on the girders, making the building seem a ruin, an abandonment. (p. 23)

People with supermarket carts. When did these things come out of the stores and into the streets? She saw these things everywhere, pushed, dragged, lived in, fought over, unwheeled, bent, rolling haywire, filled with living trivia, the holistic dregs of everything that is correctly put. She talked to the woman in the plastic bag, offering to get a shopping cart for her.
[...]
It was a different language completely, unwritable and interior, the rag-speak of shopping carts and plastic bags, the language of soot, and Karen had to listen carefully to the way the woman dragged a line of words out of her throat like hankies tied together and then she tried to go back and reconstruct. (p. 180)

Besprechung

mmviii.xi

November 28th, 2008

Marc Bielefeld: We Spe@k Deutsch …aber verstehen nur Bahnhof
[= We Speak Deutsch... ]
Wilhelm Heyne Verlag, München 2008

beg, bee: 17.11.2008, 20.11.2008

“Das Thema Sprache boomt”, wie der Autor, studierter Linguist und Literaturwissenschaftler, im Vorwort unverblümt eingesteht. Und Marc Bielefeld surft mit auf dieser von Bastian Sicks Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod-Reihe losgetretenen Zeitgeistwelle und veröffentlicht mit We Spe@k Deutsch einen Führer, so der Untertitel, durch den “Dschungel unserer Sprache”. “Sprachliche Absonderlichkeiten” und “stilistische Eiertänze” haben es ihm besonders angetan, wie der vorliegende Band, in flotter Manier geschrieben, ein ums andere Mal bestätigt, wenn Bielefeld obsessiv-sammelwütig nicht eine Handvoll oder ein Halbdutzend Beispiele anführt, sondern Belege massiert und seitenweise für den Leser anhäuft. Die auf dem Rückdeckel plazierte Frage “Ist unser Deutsch noch zu retten?” ist folgerichtig rhetorischer Natur und nicht Mission des Autors, dessen “amüsante und erschreckende Bestandsaufnahme” einzig luftiger Exkursion und Unterhaltung dienen will.

Es sind hierbei Bielefelds besserwisserischer Duktus, seine selbstgerechte Ironie und der neunmalkluge Ton, den er anschlägt, welche einem die Lektüre, von wenigen ergötzlichen Abschnitten abgesehen (Kapitel 5, 8, 18), rasch vergrätzen. Oder auch einfach ermüden. Wieso ergehen sich hunderte Seiten in Kritik (und Verwendung) von Denglisch-Begriffen, teils unmotiviert vom Autoren an- und eingeführt, wenn sprachkonservative Einwände wider den überbordenden Gebrauch von Anglizismen, wie es im Vorwort heißt, “höchstens die Oberfläche [streifen]“? Weshalb weiß ein Autor mit diesem akademischen Hergang, Sachverstand sei unterstellt, nicht zwischen Worten und Wörtern zu unterscheiden? Und warum findet die Misere der Dialektsprachen, Mundarten, Parolen keine Erwähnung neben Jargons, Slangs und multikulturellem Pidgin? Bielefeld greift zudem auch den Streit um die aktuelle Entwicklung der deutschen Sprache auf, nennt ihn in Kapitel 16 “ein reizendes Thema” und verpaßt dann jedes Iota an Einsicht, wenn er in permissiver Allerweltsplauderei an verbindlichen Positionen vorbeilaviert und Sprachkritiker zu “Sprachnörglern” degradiert. Der Autor identifiziert ominöse ökonomische Motive als Ursache sprachlicher Degenerierung und plaziert gleichzeitig schön prominent einen Strauß von Marken und Fabrikaten im vorliegenden Text. Das Fehlen analytischer Tiefe läßt seine Einlassungen im besten Falle sprachmäkelig erscheinen, seine Nachlässigkeit macht sie überflüssig.

Es sollte mich wundern, wenn dieser Band auch nur einmal lektoriert wurde, strotzt er doch vor Rechtschreibfehlern, Redundanzen und anderen Ärgernissen. So erstaunt der Autor in Kapitel 22 auch Nichtgenetiker mit der Einsicht, XX bezeichne den diploiden Chromosomensatz des Mannes. Die vehemente (und keinesfalls unberechtigte) Kritik am exkludierenden Sprachgebrauch von Werbern, Wirtschaftlern und anderen hippen (oder auch klandestinen) Berufsgruppen wie auch von Politik und Verwaltung kontrastiert seltsam mit der kuriosen Mixtur linguistischer und rhetorischer Fachterminologie, welche Kapitel 6 eröffnet und welche, ein Stilbruch dem im Übrigen flapsigen Ton des Buches gegenüber, sich bewußt gegen das Leseverständnis des Lesers richtet. Später, in den Kapiteln 18 und 20, bedient sich der Autor dieser kryptischen Fachsprache wiederum. Wozu diese unmotivierte Ausgrenzung? Oder ist es Ironie? Prahlerei? In der Philosophie spricht man hier von einem performativen Widerspruch. Schopenhauer spräche wohl von Sprachverhunzung.

Überhaupt trägt die Verwendung ironischer Stilmittel den Text nicht und gerät endgültig zur unfreiwilligen Komik, wenn Bielefeld in grotesker Überspitzung einen Dialog um die Sprache der Jugend gestaltet. Stereotypien und das Bestreben um Authentizität kommen seltsam altbacken herüber, und überhaupt sehr bemüht. Kurz gefaßt, ist dieses Buch hundsmiserabel recherchiert und ediert und lohnt nicht zu lesen. Herrlich die sicherlich ungewollte Ironie, wenn der Band auf Seite 286, in der Literaturübersicht, endlich fruchtbar abschließt: Die genannten Titel wie z.B. Thalmayr-Enzensbergers Heraus mit der Sprache sind doch fraglos lustvoller, unterhaltsamer und auch hellsichtiger geschrieben. Dem Umschlagtext zufolge ist Marc Bielefeld als freier Autor tätig unter anderem für Die Zeit, die Süddeutsche Zeitung und Meridian. Nun ja. Mit diesem Schnellschuß ist er jedensfalls baden gegangen.

286 Seiten, Taschenbuch
dt.-sprachig
Sachbuch, Sprachkritik, Deutschland

Divertimento ad fontes

October 11th, 2008

La parole distingue l’homme entre les animaux: le langage distingue les nations entr’elles; on ne connoît d’où est un homme qu’après qu’il a parlé. L’usage & le besoin font apprendre à chacun la langue de son pays; mais qu’est-ce qui fait que cette langue est celle de son pays & non pas d’un autre? Il faut bien remonter, pour le dire, à quelque raison qui tienne au local & qui soit antérieure aux mœurs mêmes: la parole étant la premiere institution sociale ne doit sa forme qu’à des causes naturelles.

(Essai sur l’origine des langues, chap. I: Des divers moyens de communiquer nos pensées, p. 296)

ex:
Œuvres de J.J. Rousseau, Tome dix-septieme
Supplement aux œuvres de Jean-Jaques Rousseau [sic!], Tome sixieme
D.J. Changuion et Barthelemy Vlam, Amsterdam 1784

“Essai sur l’origine…” online

[Archiv: Ursprünglich veröffentlicht am 30.07.2008.]

non forstår

October 11th, 2008

die zungen springen wieder im
quartett und folgen leichtgefüßt
lauten kaskadierend trauten
liedern
casus lapsus exorzitien
stimmeln sträwkcür sinn/en/stellt
labiales konterfeuer
kuriose stammelei

in alle richtung wund/ge/wendet

wandeln stille pfade sie
züngeln an den interdentes
wohin leicht sich wort verliert
vexiert
und circes flirtelei verziertes
sich beswingt an tenner/reihen
flugs vorbei hin quadrilliert
im zungen/schlage füsilliert

[Archiv: Ursprünglich veröffentlicht am 04.07.2008.]